Essigälchen

Systematik

Stamm Nemathelminthes (Schlauchwürmer)

Klasse Nematodes (Fadenwürmer; mind. 1.000 Arten)

Ordnung Rhabditoidea (= Anguilluloidea)

Familie Cephalobidae

Gattung Turbatrix (= Anguillula)

Art aceti

Allgemeines

Die engsten Verwandten unserer Essigälchen unter den gängigen Futterorganismen (nach neuerer Literatur Panagrellus sp.) sind die bekannten Mikro-Würmchen. Sie werden direkt in 5 - 6 %igem Haushaltsessig gehältert (bis maximal 1:1 mit Wasser gemischt) und vermehrt (die beste Produktivität soll es bei der Verwendung von Apfel- und Obstessig geben). Man gibt je Liter Essig noch einen Teelöffel Zucker und eine zerriebene Hefetablette zu (Reformhaus! Bei kleineren Mengen entsprechende Anteile).

Sie schwimmen aktiv im Wasser. Je saurer das Wasser im Aufzuchtsbecken ist, desto länger können sie nach der Fütterung überleben. Das macht sie insbesondere zur Aufzucht von Schwarzwasserfischen gut geeignet. Dort können sie zum Teil sogar auf Vorrat gefüttert werden. Bei max. 1 - 2 mm Länge ist der Durchmesser der Würmchen sehr klein, so daß Essigälchen von Jungfischen teilweise schon vor Artemia-Nauplien oder sogar schon vor Pantoffeltierchen bewältigt werden können. Der Fett- und Kollagenanteil ist wie bei allen Würmern allerdings recht hoch, so daß man im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung darauf achten sollte, genügend andere Futtersorten zu bieten.

Reinigen lassen sich die Würmchen nach dem selben Verfahren wie Pantoffeltierchen. Man verschließt einen Teil des Ansatzes in einem Reagenzglas mit einem Wattestopfen und überschichtet mit Aquarienwasser. Aufgrund des sich entwickelnden Sauerstoffmangels im unteren Teil des Reagenzglases arbeiten sich die Würmer durch den Wattepfropfen nach oben durch und können dort sauber entnommen werden.

Die Kulturen sind äußerst robust; auch ohne Pflege finden sich auch nach Monaten noch lebendige Würmer im Essig. Ein wenig Rühren, Zucker und Hefetablettenzusatz reaktiviert solche Ansätze in kurzer Zeit. Alle paar Monate aber sollte man die Ansätze teilen und mit frischen Essig, Zucker und Hefetablette wieder auffüllen. Dicht verschließen darf man die Ansätze allerdings nicht, da die Würmer sonst in kurzer Zeit absterben.

Als Ansatzbehälter eignen sich z.B. gut gespülte Marmeladegläser, die nur zur Hälfte gefüllt werden. Der Deckel darf nur lose aufgelegt werden, weil die Würmer sonst ersticken.

 

Zuletzt angesehen