Kaliumchlorid-Lösungen für pH- und Redoxelektroden

Gel-Elektroden können nicht gewartet werden, und sind daher für aquaristische Zwecke (Dauermessung!) eigentlich wenig geeignet. Wenn sie nicht mehr kalibriert werden können bzw. wenn sie den Meßwert nur noch äußerst langsam erreichen, so ist ihre Lebensdauer am Ende angelangt und sie müssen gegen ein neues Exemplar getauscht werden.

Glas-Elektrode     Elektrode nachfüllen

Man kann versuchen durch regelmäßiges Einstellen in Kaliumchloridlösung die Lebensdauer dieser Elektroden zu verlängern. Bei sich schon recht träge verhaltenden Elektroden muß man diese Maßnahme aber in immer kürzeren Abständen wiederholen, um ein brauchbares Ansprechverhalten zu erzielen.
Erwähnt werden muß, daß für Dauermessungen normalerweise kein besonders schnelles Ansprechverhalten nötig ist, da die pH-gestützte Steuerung des CO2-Gehaltes sowieso ein recht träge Angelegenheit ist und daher einige Minuten mehr oder weniger nicht die Rolle spielen.

Alle anderen Meßketten können durch Nachfüllen bzw. Austausch des Kaliumchlorid-Elektrolyten in ihrer Funktion stark unterstützt werden.
Normalerweise und in der überwiegenden Zahl aller Fälle werden 3 molare Lösungen verwendet, aber für ionenarme Medien können auch spezielle Meßketten mit 4 molarem oder gesättigtem Elektrolyten auf dem Markt sein.

3 molar

22,37 g Kaliumchlorid (KCl) / 100 ml Lösung

4 molar

29,82 g Kaliumchlorid (KCl) / 100 ml Lösung

Gesättigt (bei 20 °C: 4,61 molal)

34,40 g Kaliumchlorid (KCl) / 100 g Wasser

Wir verwenden für die Herstellung der KCl-Lösungen ausschließlich Kaliumchlorid in p.a.-Qualität.

Reinigung

Im Dauerbetrieb im Aquarium befindliche Elektroden neigen mit der Zeit dazu, einen biologischen „Rasen” (Biofilm) zu bekommen. Es bildet sich eine bakterielle Schicht, die die Meßung träge macht und verfälscht, schlimmstenfalls veralgen die Elektroden sogar.

Zur Entfernung von proteinhaltigen Belägen wurden Reinigungslösungen entwickelt, die unserem Mageninhalt nachempfunden sind. Sie enthalten Pepsin und 0,1 molare Salzsäure (pH ~ 1) und entfernen Proteine gut, die aus der Zersetzung von eiweißhaltigen Substanzen im Aquarium entstehen. Viele Bakterien und Algen überstehen aber selbst diese Behandlung relativ unbeschadet.

Nach unseren Erfahrungen gibt es hierfür eine günstige und wirksame Alternative, die bei kurzfristiger Anwendung der Elektrode keinesfalls schadet, und die nachweislich Bakterien und Algen abtötet und ablöst.
Man stellt die Elektrode für 15 min in eine 6 %ige Wasserstoffperoxidlösung. Es reicht völlig aus, diese Behandlung alle 4 - 6 Wochen zu wiederholen.

Als Ultimo Ratio für Elektroden, die kaum noch reagieren, bleibt der Regenerationsversuch mit verdünnter Flußsäure oder Ammoniumbifluoridlösung. Diese Behandlung sollte aber den Fachleuten vorbehalten bleiben, nicht nur weil bei falscher oder unbedarfter Anwendung mehr Schaden als Nutzen an der pH-Elektrode angerichtet werden kann, sondern weil Verätzungen mit Flußsäure (auch verdünnter) zu den übelsten Verletzungen gehören, die man sich bei der Anwendung von Chemikalien zufügen kann! Das Gewebe wird durch Fällung des lebensnotwendigen Calciums zerstört. Solche Wunden sind sehr tief und äußerst langwierig in Behandlung und Heilung. Als erstes Gegenmittel sollte beim Arbeiten mit Flußsäure zumindest ein Behälter mit einer Lösung eines Calciumsalzes bereitstehen (wirkt durch die Bildung von schwerlöslichem CaF = Flußspat)! Am besten eignen sich dazu gut vom Gewebe aufnehmbare Salze mit organischen Anionen wie z.B. Calciumgluconat.

Weitere Infos

Lesen Sie dazu einen ausführlichen, weiterführenden Artikel von Klaus Haber über Prinzipielles der pH-Messung und Aufbau, Funktion und Wartung der Elektroden.

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