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  1. #16
    Stefan Gast

    Standard Re: Schlechtes Pflanzenwachstum

    Hallo Forum, Hallo Andreas,
    für alle die es interessiert nach nun knapp 2 Monaten ein Zwischenbericht wie es zur Zeit um meine störrischen Pflanzen steht :
    Wie bereits früher berichtet muss ich P und N zudüngen. Dieses ist jedoch schwieriger als erwartet da sich der Verbrauch offenbar nicht nach irgendwelchen Regeln richtet. Mal ist P im Mangel, dann ist wieder N im Mangel, ein anderes Mal sind beide im Mangel und als vierte Variante sind beide in ausreichender Konzentration vorhanden. Ohne regelmässige Analysen arbeitet man hier im Blindflug. Ich habe übrigens auch Sand als Boden im AQ (Andreas vermutet dieses Phänomen vermehrt bei Sandböden zu beobachten).
    Kurz nach meinem letzten Beitrag habe ich meine inzwischen abgestorbene H. Difformis durch eine neue ersetzt sowie ein H. Polysperma eingesetzt. Beide zeigten aber ebenso wenig Lust zu wachsen wie alle anderen.
    Da mein Leitungswasser sehr wenig Kalium und Magnesium enthält stellte ich zunächst meine Grunddüngung so um das ich die empfohlene wöchentliche Menge Ferrdrakon zur Hälfte durch Ferrdrakon K ersetzt wurde. Den Pflanzen schien es zu gefallen. Allerdings stagnierte das einsetzende Wachstum wie schon so oft bereits wieder nach wenigen Tagen.
    Angeregt durch einen anderen Beitrag im Forum begann ich dann die wöchentliche Düngerration auf 7 Tagesrationen aufzuteilen was den Pflanzen wiederum einigen Tage lang ein leichtes Wachstum entlockte. Gleichzeitig bemerkte ich aber auch dass die Pinselalgen (übrigens die einzige Algenart im Becken) sich nun explosionsartig vermehrten so dass sie zum Teil sogar als losgelöste Büschel in richtigen Wolken von der Strömung am Boden zusammengetrieben wurden oder durchs freie Wasser schwebten bis sie an irgendwelchen Gegenständen hängenblieben.
    Nun hatte ich also genügend N und P im Wasser. Die Grundversorgung mittels Volldünger war gegeben und die Stoffe die im Leitungswasser im Mangel waren wurden mittels Ferrdrakon K zugefügt. CO2 und Licht sind auch ok. Trotzdem wollten die Pflanzen immer noch nicht so richtig. Wie gesagt, es handelt sich nicht um irgendwelche Exoten sondern um 3 Vallisnerien-arten, 2 Higrophila-arten, Hornkraut, Wasserpest etc. Alles Arten, die normalerweise spriessen wie das sprichwörtliche Unkraut.
    Also kam nun Daydrakon ins Spiel. Ich habe zwar keine der empfohlenen Bedingungen im Becken die den Einsatz von Daydrakon erforderlich machen würden aber die reine Verzweiflung trieb mich nun an auch dieses zu probieren. Also Daydrakon täglich in empfohlener Dosis zugedüngt. Wiederholtes messen von Fe zeigte mir an das der Fe-Gehalt immer noch niedriger war als empfohlen. Zunächst dachte ich dass der Test nichts taugt da in Ableserichtung in die Küvette geschaut nicht die Spur einer Rosafärbung zu erkennen war, mit Ferrdrakon, Ferrdrakon K und Daydrakon mittlerweile aber sicherlich genügend Fe im Wasser sein müsste.
    Da fiel mir auf, dass beim Blick quer durch die Küvette schon eine leichte Färbung erkennbar war. Daraufhin erhöhte ich die Dosis Daydrakon von 1ml auf 3ml täglich bis laut Test ein Fe-Gehalt von 0.1 mg/l nachweisbar war.
    Bereits einige Zeit nach Einsatz der Daydrakon Grundmenge stellte ich fest, dass die Pinselalgen imWachstum stagnierten und gleichzeitig die Pflanzen positiv reagierten. Aber als ich Daydrakon drastisch erhöhte bis mein Test den empfohlenen Wert anzeigte begannen das Hornkraut, die Wasserpest und auch die Polysperma regelrecht zu explodieren. Die Valisneria gigantea und die Vallisneria americana treiben wunderbar gesund und grün aussehende neue Blätter. Die Vallisneria spiralis stagniert nach wie vor und die Echinodorus spec. 205 (Zwergamazonas) treibt zwar neue Blätter aber noch keine Ausläufer. H Difformis wuchs langsam aber stetig.

    Alleine die Blattstruktur und die Farbe bringt mich zu der Überzeugung nun auf dem richtigen Weg zu sein. So gut sahen meine Pflanzen lange nicht aus und soviel Biomasse wie ich in den letzten 2 Wochen aus dem Becken geholt habe hatte ich im gesamten letzten Jahr nicht drin.

    Warum diese Bedingungen im meinem Becken herrschen weiss ich nicht. Andere haben Probleme damit N und P loszuwerden. Bei mir wird beides nachdosiert. Ich muss Daydrakon in dreifacher empfohlener Menge zusätzlich zu Ferrdrakon geben. Viele Becken in unserer Vereinsanlage werden mit dem gleichen Wasser betrieben und mit nichts als CO2 aus Hefegärung gedüngt und zeigen einen Pflanzenbestand der einen vor Neid erblassen lässt.
    Na wenigstens wird sich Andreas hierüber freuen und ich freue mich, dass jemand Dünger im Baukastensystem anbietet.

    Meine nächsten Ziele :
    Den jetzigen Zustand zu stabilisieren bzw. die Grunddüngung so zu variieren dass alle eingesetzten Pflanzen normal wachsen.
    Den Messaufwand zu reduzieren da es auf Dauer lästig und kostspielig ist.
    Eine Lösung zu finden wie man die wöchentliche Düngerration täglich zugeben kann ohne dass man täglich Dünger manuell abmessen und zugeben muss. Vielleicht geht´s mit einem ausgedienten Infusionsbeutel in den man die Wochenration mit destilliertem Wasser gibt und über die Woche eindosiert. Erfahrungen hierzu sind herzlich willkommen.

    Ich hoffe ich habe mit diesem Bericht nicht zu sehr gelangweilt und wünsche mir dass es jetzt endlich klappt mit den Pflanzen. Vielleicht haben andere ja ähnliche Probleme denen ich hiermit etwas weiterhelfen kann.
    Ich freue mich über jegliches Feedback und werde mich spätestens in einigen Wochen wieder mit einem neuen Bericht im Forum melden.

    Bis dann
    Stefan

  2. #17
    Udo Bomers Gast

    Standard Re: Schlechtes Pflanzenwachstum

    Hallo,

    ich finde so eine genaue Berichterstattung einfach spitze.
    Herausgreifen möchte ich an dieser Stelle die Tatsache, daß durch den Tagesdünger die Pflanzen (wieder) wachsen. Schon interressant. Woran könnte das liegen? Ist es allein das Eisen,welches durch Daydrakon nun ausreichend vorhanden ist. Da könnte man sich fragen, ob eine erhöhte Dosis von Ferrdrakon den selben Effekt gehabt hätte. Kann den eines der übrigen Elemente in Daydrakon den Effekt verursachen?

    Bis denn

    U. Bomers

  3. #18
    Andreas Kremser Gast

    Standard Re: Schlechtes Pflanzenwachstum

    Hallo,
    > ich finde so eine genaue Berichterstattung einfach spitze.

    Ich auch.

    > Eisen,welches durch Daydrakon nun ausreichend vorhanden ist.

    Das spielt sicher eine Rolle.

    > Da könnte man sich fragen, ob eine erhöhte Dosis von
    > Ferrdrakon den selben Effekt gehabt hätte. Kann den eines der
    > übrigen Elemente in Daydrakon den Effekt verursachen?

    Wenn man das so genau wüßte. Die zusätzlichen Elemente in Daydrakon sind alle als nicht essentiell beschrieben, wobei das allerdings nicht ausschließt, daß sie (bei Nutzpflanzen) positive Effekte haben (im Sinne von schnellerem Wachstum und Ertragsteigerung. Das wiederum ist von Art zu Art unterschiedlich).

    Mich erreichen immer wieder Schilderung von solchen "Problembecken". Sie sind zwar anteilmässig selten vertreten, die meisten Becken funktionieren wesentlich problemloser, aber nichtsdestotrotz real.
    Irgendwer frisst in diesen Becken den Dünger :-:
    Man könnte Aquarien auch als Anschauungsobjekt für chaotische Naturprozesse aufführen, es ist ja inzwischen wirklich ein aquaristische Binsenweisheit, daß zwei identische zur selben Zeit am selben Ort eingerichtete Becken nicht gleich funktionieren und nicht gleich aussehen.

    Wenn es für diese "Problembecken" eine befriedigende Lösung gäbe, die nicht die ausgesprochende Hartnäckigkeit und Geduld, die Stefan hier gezeigt hatte, erfordern würde, wäre mir auch wohler.


  4. #19
    Udo Bomers Gast

    Standard Re: Schlechtes Pflanzenwachstum

    Hallo, ich bins nochmal

    wie können denn Firmen, die sog. Aquariensystme anbieten (angefangen bei Licht, über Bodengrund, Dünger etc.), einen Erfolg garantieren (wie es in der Werbung der halt so ist) ?

    U. Bomers

  5. #20
    Andreas Kremser Gast

    Standard Re: Schlechtes Pflanzenwachstum

    Hallo,
    können die das?

    Das wage ich zu bezweifeln!

    Ehrlicherweise könnten die einen höchstwahrscheinlichen Erfolg versprechen, aber mehr ist reines Marketing.


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