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  1. #1
    Markus Verginer Gast

    Standard Pflanzenwachstum stagniert

    Hallo allerseits,

    das Subject sagt eigentlich schon alles, das Pflanzenwachstum in meinem Becken lässt seit ca. 1-2 Wochen etwas zu wünschen übrig, ist noch nicht dramatisch, aber ich merke deutlich, dass es nicht optimal läuft.

    Zum Becken (läuft erst seit ca. 3 Monaten)

    112 L brutto
    2x 16 W LSR, hinten Osram Lumilux 860, vorne irgendwas von Philips, Lichtfarbe 830
    Bio-CO2 über Paffrath-Schale, ca. 25 cm²
    WW wöchentl. 20 L; Wechselwasser mit Kationentauscher stark sauer aufbereitet und 1:1 bis 2:1 mit Leitungswasser (GH 15, KH 14) verschnitten
    T 25-28°C
    GH 7 dGH
    KH 3 dGH
    pH ~ 6,5 -7 (Schätztröpfelchen)
    NO3 5-10 mg/l
    PO4 nicht best.
    Fe nicht best.

    Düngung: jeden zweiten Tag 2 ml Ferrdrakon + 2ml KNO3 1M
    Futter: gefrorenen rote u. schwarze MüLas, gefrorene Wasserflöhe, lebende Drosophila, Flockenfutter, Futtertabletten

    Bepflanzung:

    - Vallisneria spiralis
    - verschiedene cryptocoryne
    - Hygrophila polysperma (indischer Wasserfreund)
    - Nymphea lotus (Tigerlotus)
    - Hydrocotyle leucocephala (brasilian. Wassernabel)
    - Ceratophyllum submersum (Hornkraut)
    - Anubias spec.
    - Schwimmfarn
    - Riccia fluitans

    Besatz:

    - 12 Zitronensalmler
    - 5 Corydoras nanus
    - 3 AS
    - allerhand Kleingeschneck

    Zur Symptomatik:

    - das Hornkraut wächst lange nicht mehr so stark wie früher und die Triebe sind insgesamt weniger kräftig ausgebildet. Anthocyaneinlagerungen an Triebspitzen, das war allerdings schon immer so.
    - Wassernabel zeigt Chlorose, Wachstum fast vollständig eingestellt, wuchs früher sehr stark
    - die Cryptos machen mir am meisten Sorgen. Beginnend mit kleinen Punkten entwickeln sich auf den Blättern gelbe Flecken, irgenwann färbt sich das ganze Blatt gelb und stirbt ab. Dies konnte ich schon seit längerem beobachten, jetzt kommt jedoch erschwerend hinzu, dass sie nur noch wenige neue Blätter bilden. Gesamtbilanz momentan negativ.
    - der Rest ist eher unauffällig, Tigerlotus normal, ind. Wasserfreund wächst viell. etwas langsamer, Vallisnerien wachsen, abgeschnittene Blätter neigen jedoch zum Absterben.
    - Nebenbei kämpfe ich mit mehr oder minder leichtem Befall an Fadenalgen

    Änderungen am Becken:

    - das Becken wurde sechs Wochen lang eingefahren, in dieser Zeit Düngung mit Ferrdrakon, nach recht deutlichen Hinweisen auf Kaliummangel am indischen Wasserfreund und NO3 auf n.n. kam das KNO3 dazu. Zusätzlich kleine Mengen eines NPK-Düngers für Zimmerpflanzen, dieser wurde nach Einsetzen der Fische abgesetzt - in der Meinung, durch das Futter würde genug Phosphat ins Becken eingetragen.
    - Änderung der CO2 Einbringung von Injektion in Filterauslauf zu Paffrathschale vor ca. 1 Woche
    - KH sank in der letzten Woche von 5 auf 3, gleichzeitig der pH von etwas über 7 auf etwas unter 7. Ursache: entweder griff endlich der WW mit ziemlich weichem Wechselwasser und/oder die 4 (vorjährigen, heuer gepflückten) Erlenzäpfchen, die ich testweise ins Becken gegeben habe. Was gegen die Wasserwechseltheorie spricht, ist, dass die GH konstant blieb.
    - innerhalb der letzten 2 Wochen Umstellung von Flockenfutter auf oben genannte gemischte Fütterung mit Schwerpunkt beim Frostfutter


    Ich kann über die Ursachen eigentlich nur raten und mir fallen momentan drei mögliche konkrete Gründe ein, an denen es liegen könnte.
    - Phosphatmangel
    - Kaliumüberdüngung (schafft man das?)
    - die KH/pH Absenkung geschah etwas zu schnell und jetzt sind die Pflanzen sauer ;-)
    - irgenwas anderes ist im Mangel. Preisfrage: was?

    Ich denke, ich werde erstmal abwarten und Tee trinken bzw. Fadenalgen wickeln. Als Maßnahmen fällt mir ein die K-Düngung zurückzuschrauben (wenn's zuwenig wird, wird mir der indische Wasserfreund das sagen, denke ich) und evtl. wieder etwas Phosphat zu düngen (die Algen wird's freuen)... ein Phosphattest wär vielleicht auch mal ne Idee.
    Ich habe allerdings keine Ahnung, ob meine Überlegungen auch nur ansatzweise in die richtige Richtung gehen.

    Falls jemand irgendwelche Ideen, Verdachtsmomente oder Anregungen hat, würde ich mich über eine Antwort freuen.

    Gruß und Dank im Vorraus,
    Markus

  2. #2
    Andreas Kremser Gast

    Standard Re: Pflanzenwachstum stagniert

    Hallo,

    > PO4 nicht best.
    > Fe nicht best.

    wären aber beide interessant.

    > Düngung: jeden zweiten Tag 2 ml Ferrdrakon + 2ml KNO3 1M

    Wenn man Nitrat nachdüngen muß, ist die Wahrscheinlichkeit, daß auch PO4 knapp ist, sehr hoch.


    > - das Hornkraut wächst lange nicht mehr so stark wie früher und
    > die Triebe sind insgesamt weniger kräftig ausgebildet.
    > Anthocyaneinlagerungen an Triebspitzen, das war allerdings
    > schon immer so.

    Hab ich bei Hornkraut noch nicht gesehen, aber Anthocyanbildung ist u.a. oft ein Phosphatmangelsymptom.


    > Ich kann über die Ursachen eigentlich nur raten und mir fallen
    > momentan drei mögliche konkrete Gründe ein, an denen es liegen
    > könnte.
    > - Phosphatmangel

    wahrscheinlich

    > - Kaliumüberdüngung (schafft man das?)

    Ja, aber nicht mit KNO3, wenn nicht gleichzeitig, die Nitratwerte entgleisen.

    Um das vollständig zu vermeiden kann man auch nur das Wechselwasser immer auf z.B. 20 mg/l Nitrat einstellen, dann hat man auch 20 mg/l Kalium. Beide Werte sind dann noch nicht so hoch, daß irgendewelche Hemmungen eintreten.

    > - die KH/pH Absenkung geschah etwas zu schnell und jetzt sind
    > die Pflanzen sauer ;-)

    Auch das ist durchaus wahrscheinlich. Dann sollten die sich aber in 1 - 2 Wochen wieder einkriegen. Viele Pflanzen reagieren sehr verschnupft auf irgendwelche Veränderungen.

    > Phosphattest wär vielleicht auch mal ne Idee.

    ;-)


  3. #3
    Markus Verginer Gast

    Standard Re: Pflanzenwachstum stagniert

    Hallo Andreas,

    danke für deine Antwort.

    Andreas Kremser schrieb:

    > > PO4 nicht best.
    > > Fe nicht best.

    PO4-Test werde ich mir besorgen.
    Zum Fe-Testen hat mir ein Händler mal gesagt: "Wenn se's nachm Düngen messen, weadn's was find'n, wenn se's zwa Tog später messn, nix mehr." ;-)
    Ich glaube, mein indischer Wasserfreund ist ein recht guter Fe-Indikator, Wasserlinsen hab ich (zum Glück) keine mehr.

    > > Düngung: jeden zweiten Tag 2 ml Ferrdrakon + 2ml KNO3 1M
    >
    > Wenn man Nitrat nachdüngen muß, ist die Wahrscheinlichkeit, daß
    > auch PO4 knapp ist, sehr hoch.

    Naja, jetzt müsste ich nicht mehr unbedingt, der N-Eintrag durch's Futter reicht gerade so aus. Ob das für P auch gilt, kann ich leider nicht sagen, da mir das N:P Verhältnis im von mir verwendeten Futter nicht bekannt ist.
    NO3-Mangel war lediglich in der Einfahrphase ein Problem und ich dachte mir, ich nehme Kaliumnitrat, weil ich das Nitrat über die Biomasse wieder gut aus dem AQ rauskriege.

    > > Anthocyaneinlagerungen an Triebspitzen, das war allerdings
    > > schon immer so.
    >
    > Hab ich bei Hornkaruat noch nciht gesehen, aber
    > Anthocyanbildung ist u.a. oft ein Posphatmangelsymptom.

    Hm, und ich dachte, das kommt daher, dass (sich) das Hornkraut bevorzugt direkt unter den LSR rumtreibt ;-)

    > Um das vollständig zu vermeiden kann man auch nur das
    > Wechselwasser immer auf z.B. 20 mg/l Nitrat einstellen, dann
    > hat man auch 20 mg/l Kalium.

    Sorry, aber jetzt muss ich widersprechen. 20 mg/l Nitrat entsprechen ca. 320 µmol/l, ebensoviel K+ sind dann ca. 12,5 mg/l.


    Ich werd jetzt erstmal den PO4-Wert etwas genauer unter die Lupe nehmen.
    Danke für die Anregung.

    Gruß,
    Markus

  4. #4
    Andreas Kremser Gast

    Standard Re: Pflanzenwachstum stagniert

    Hallo,

    > Zum Fe-Testen hat mir ein Händler mal gesagt: "Wenn se's nachm
    > Düngen messen, weadn's was find'n, wenn se's zwa Tog später
    > messn, nix mehr." ;-)

    Da hat er ja nun nicht unrecht ;-) Wenn allerdings das Eisen so rasch verschwindet, sollte man nach 2 Tagen nachdüngen (ich plädiere eh für tägliche Düngung) oder die Gesamtdosis erhöhen. Es sollte eben doch immer Eisen nachweisbar sein.
    Das ist auch möglich mit einem Dünger wie Ferrdrakon, der Chelatoren enthält, die auch länger stabil bleiben.
    Der andere Punkt ist, daß man mit einem Eisentest auch recht rasch einer Überdüngung auf die Spur kommt, die ähnliche Symptome wie zu wenig Dünger hervorruft, aber sich natürlich durch die naheliegende Gabe von noch mehr Dünger nicht beheben läßt.

    > Ich glaube, mein indischer Wasserfreund ist ein recht guter
    > Fe-Indikator, Wasserlinsen hab ich (zum Glück) keine mehr.

    Ich gehe auch oft nach den Pflanzen. Die Tests dienen gelegentlich zur Feinjustierung meines Auges.

    > Sorry, aber jetzt muss ich widersprechen. 20 mg/l Nitrat
    > entsprechen ca. 320 µmol/l, ebensoviel K+ sind dann ca. 12,5
    > mg/l.

    Da hast Du recht. Da ich beim Wasserwechsel nicht immer mit dem Taschenrechner rumlaufe, rechne ich das oft einfach 1:1 - genau genug für meine Zwecke. Sollte ich aber nicht so im Forum schreiben.


  5. #5
    Markus Verginer Gast

    Standard Re: Pflanzenwachstum stagniert

    Ein kleiner Zwischenbericht von meinem Becken:

    Ich schrieb:

    > Zur Symptomatik:
    >
    > - das Hornkraut wächst lange nicht mehr so stark wie früher und
    > die Triebe sind insgesamt weniger kräftig ausgebildet.
    > Anthocyaneinlagerungen an Triebspitzen, das war allerdings
    > schon immer so.
    > - Wassernabel zeigt Chlorose, Wachstum fast vollständig
    > eingestellt, wuchs früher sehr stark
    > - die Cryptos machen mir am meisten Sorgen. Beginnend mit
    > kleinen Punkten entwickeln sich auf den Blättern gelbe Flecken,
    > irgenwann färbt sich das ganze Blatt gelb und stirbt ab. Dies
    > konnte ich schon seit längerem beobachten, jetzt kommt jedoch
    > erschwerend hinzu, dass sie nur noch wenige neue Blätter
    > bilden. Gesamtbilanz momentan negativ.
    > - der Rest ist eher unauffällig, Tigerlotus normal, ind.
    > Wasserfreund wächst viell. etwas langsamer, Vallisnerien
    > wachsen, abgeschnittene Blätter neigen jedoch zum Absterben.
    > - Nebenbei kämpfe ich mit mehr oder minder leichtem Befall an
    > Fadenalgen


    > Ich denke, ich werde erstmal abwarten und Tee trinken bzw.
    > Fadenalgen wickeln. Als Maßnahmen fällt mir ein die K-Düngung
    > zurückzuschrauben (wenn's zuwenig wird, wird mir der indische
    > Wasserfreund das sagen, denke ich) und evtl. wieder etwas
    > Phosphat zu düngen (die Algen wird's freuen)... ein
    > Phosphattest wär vielleicht auch mal ne Idee.

    Ich hab mir jetzt einen Phosphattest von #### besorgt. Am 23. 08. betrug der Phosphatwert im Becken 0,1 mg/l (=kleinster aufgelöster Wert). Ich hab bei den folgenden Düngungen (jeden 2. Tag) trotzdem immer einen knappen ml NPK-Dünger (1,7% P2O5) zugegeben.
    Und siehe da, es tat sich was:
    Das Hornkraut ist wieder kräftiger und die Cryptos treiben neue Blätter und sogar Ableger. Alte Blätter sterben aber leider immer noch ab. Am deutlichsten hat sich der brasilianische Wassernabel verändert. Er wächst wieder, entwickelt Blätter mit >6 cm Durchmesser und ist wieder kräftig grün gefärbt. Die Fadenalgen sind fast vollständig verschwunden.
    Der Phosphatwert betrug am 02.09 immer noch 0,1 mg/l. Überschlagsmäßig erhöht 1 ml vom NPK-Dünger die Phosphatkonzentration im Becken jeweils um 0,1 mg/l (konnte ich direkt nach der Düngung auch messen), es scheint also, dass das zugedüngte Phosphat vollständig verbraucht wurde. Es schien sich also tatsächlich um Phosphatmangel zu handeln. Jetzt stelle ich mir die Frage, warum der Wert nie unter 0,1 mg/l lag. Ist der Blindwert vom Test so hoch? (Blindprobe leider nicht möglich, da ich kein Aq dest. hier habe) Oder kriegen die Pflanzen so niedrige Phosphatkonzentrationen nicht aus dem Wasser?

    Wie dem auch sei, ich stimme mit dir jedenfalls in der Meinung, dass Nitrat und Phosphat innerhalb bestimmter Grenzen gar nicht so böse sind, wie es uns so mancher glauben machen möchte, vollkommen überein.

    Gruß,
    Markus

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