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  1. #6
    Avatar von weisserhai
    weisserhai ist offline Benutzer
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    Standard AW: Quarzsand 0,4-0,6 und Terrdrakon - Trennung mit Vlies möglich

    Hallo Holger ! Den Filter ohne Schwämme zu betreiben, läßt mich aufhorchen, zumal man ja immer wieder hört, dass man den Filterdurchlauf sogar drosseln sollte . Du strebst das Gegenteil an , was sind Deine Gründe dafür ?
    Hast Du schon AQ so betrieben und wenn ja, wie lange und bei welchem Fischbesatz?
    Liebe Grüße aus dem bayerischen Friedberg - Claudia

  2. #7
    tt-fuchs ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Quarzsand 0,4-0,6 und Terrdrakon - Trennung mit Vlies möglich

    Hallo Claudia,

    ich habe zur Zeit ein 200l-Becken am Laufen, welches mäßig besetzt ist (ca. 20 hyphessobrycon columbianus. Auch in diesem habe ich als Bodengrund Quarzsand und einen EHEIM Prof. II Außenfilter komplett ohne Filtermedien, der mit vollem Durchsatz nur als Strömungsquelle fungiert.
    Das funktioniert, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen:
    Mein Becken ist ein sehr stark bepflanztes Becken, welches allerdings seit Jahren ein Algenproblem hat, das ich aber nach vielen Versuchen der Düngeumstellung, Wasserwechselung, mager- oder fetten Düngung nun dem Bodengrund anschulde. Ich habe vor langer Zeit in Unwissenheit einige Dinge angestellt, die nicht ausschließen lassen, dass sich im Bodengrund diverse chemische Verbindungen eingelagert haben, die jetzt evtl. unkontrolliert wieder in Lösung gehen und die Stabilität des Beckens gefährden. Deshalb werde ich das Becken komplett neu einrichten (in einem neuen Glasbecken, da das alte auch schon etwa 15 Jahre alt ist und diverse optische Macken und Kratzer hat.)
    Das Stichwort hierzu ist Geringfilterung. Normalerweise bin ich in einem anderen Forum unterwegs, welches sich hauptsächlich mit der Kunst des Aquascaping befasst und da gibt es die Theorie, dass es bei genügend Masse an (schnellwüchsigen) Pflanzen keine extra Filtermedien braucht, um Besiedlungsfläche für die nützlichen Bakterien zu schaffen. Hier wird das anfallende Ammonium zum größten Teil direkt von den Pflanzen verbraucht und es entsteht relativ wenig Nitrit, was umgewandelt werden muss. Immer natürlich im Verhältnis zum Besatz gesehen. Im Diskusbecken wird dies so nie funktionieren.
    Was die angesprochene Drosselung des Filters zum Ziel haben soll, kann ich Dir nicht sagen. Evtl. dass die Bakterien mehr Zeit haben, die Schadstoffe abzubauen. Ich weiß nur, dass die Nitrifikation - also der Abbau von Ammonium zu Nitrit und weiter zu Nitrat ein aerober Prozess ist, also Sauerstoff benötigt. Dies läuft besser bei schnellem Filter oder sogar außerhalb des Filters. Durch die Drosselung des Filters entstehen in diesem aber anerobe (sauerstofffreie) Zonen, in denen dann die Denitrifikation ablaufen könnte, also der Abbau von Nitrat in molekularen Stickstoff (N) und andere Produkte. Dies ist sicher sinnvoll, um in schwach bepflanzten und stark besetzten Becken die Schadstoffe (bzw. Algennährstoffe) möglichst zu eliminieren.
    Ich brauche aber das Nitrat für meine Pflanzen und möchte nicht, dass dies im Filter "verschwindet". Weiterhin kann es im Filter auch zu Ausfällungen anderer Verbindungen (z.B. Eisenphosphat usw.) kommen, welche mir ebenfalls als Pflanzennährstoff fehlen. Hochbrisant ist in diesem Zusammenhang der HMF (Hamburger Mattenfilter), der im stark bepflanzten Becken ein echter Nährstoffvernichter sein kann.
    Ich bin sicher nicht der Fachmann in Sachen Biochemie, aber dies ist mein Verständnis über die Abläufe im Aquarium. Gern lasse ich mich aber auf Denkfehler oder Irrtümer hinweisen.

    Eines noch: Man sagt auch, dass der Bodengrund auch als Filter funktioniert. Ich habe bewusst Quarzsand gewählt, um zu verhindern, dass Mulm oder andere Stoffe in den Bodengrund eindringen, von deren Existenz ich zwar weiß, deren Wirkung auf das Beckenmilieu ich aber nicht einschätzen kann. Lieber halte ich die Wasserwerte auf einem mir bekannten Niveau und werde nicht immer wieder durch vielleicht sich zurück lösende Stoffe aus dem Boden überrascht. Mein Boden dient höchstens oberflächlich als Besiedlungsfläche für Bakterien und das scheint zu genügen.

    Ich hoffe nicht, dass jetzt der eine oder andere vom Glauben an jahrelang erworbenes Wissen abfällt, nur weil meine Theorie dem komplett entgegen steht. Es gibt sicher viele Wege, die zu einem funktionierenden Aquarium führen. Ich will hier auch keine Grundsatzdiskussion anfangen. Dazu bin ich zu sehr Laie. Ich praktizieren diese Theorie und es funktioniert – mehr nicht.
    Viele Grüße aus Leipzig
    Holger.

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