DRAK Kopf-Graphik
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  1. #1
    andiwolf ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht

    Hallo zusammen,
    mein noch frisches 54l Neon-Garnelen-CPO AQ macht mir Sorgen, da die Pflanzen nach anfänglich gutem bis sehr gutem Wuchs reihenweise einbrechen... Ich vermute Nährstoffmangel und ein schlecht eingestelltes Düngegleichgewicht. Ich hoffe, hier hilfreiche Anweisung zu finden und versuche mal, den Zustand zu schildern.

    1. Generelles
    Das Becken läuft jetzt gut 2,5 Monate nach erstem Pflanzenbesatz, der sich an der 80% Bodenbedeckungsregel orientiert hatte, nun aber ziemlich ausgedünnt ist:
    a. (eigentlich) schnellwachsend:
    - Hydrocotyle leucocephala
    - Hygrophila polysperma Thailand
    b. (eigentlich) weniger schnellwachsende Stengelpfl.:
    - Hydrotriche hottoniflora
    - Mayaca sellowiana
    - Rotala rotundifolia
    - Vallisneria tortifolia
    c. (eigentlich) langsam wachsende Bodenpflanzen:
    - Hydrocotyle verticillata
    - Crypto. parva
    - Crypto. becketti
    - Glossostigmata ela.
    - Mossball, Flammenmoos, Riccia.

    Zur Pflanzenentwicklung unten.

    Nach 1monatiger Einfahrzeit mit (vermutlich dank J** Denitrol) sehr mildem Nitritpeak Fisch- und Wirbellosenbesatz. Stand heute:
    20 Rote Neons
    4 RedFire/Sakura Garnelen
    2 CPO
    3 Zwergrennschnecken
    Eher sparsame Fütterung, Reste werden von Wirbellosen vertilgt.

    Große Wurzel im AQ, die mir mehrfach Schimmelprobleme bereitet hat (siehe unten).

    2. Wasserwerte:
    PH 6,9 (mittels CO2 bzw. PHminus bei TWW; allerdings hat der PH öfters als mir lieb war geschwankt im Bereich von 6,8-7,1 und ich fürchte, diese Schwankung könnte auch Pflanzenprobleme machen?),
    KH 7, GH 11, (so auch das Leitungswasser)
    NO3 zwischen 1 und 2,5 (kommt einfach nicht hoch und ich weiß nicht wieso und vermute hier eine Problemursache!?),
    NH4, NO2 und PO4 nicht meßbar (möglicher Phosphatmangel?),
    Fe zwischen 0,1 und 0,5 (hab ich nicht stabil bisher, schaden die Spitzen?)
    CO2 je nach PH Schwankung immer eher im oberen Bereich von 30-50 (durch J** CO2 Düngebombe mit Nachtabschaltung)
    Temperatur normal bei 25 (momentan natürlich eher 29+)
    Silikat sehr hoch (= Leitungswasser, da bisher noch keine Kieselalgen auch so gelassen)

    3. TWW und Filter:
    - TWW Wöchentlich ca. 20 l = 30% (meistens ist es deutlich kühler, könnte das ein Problem sein?)
    - Dabei wird mit Bodensauger der Mulm abgesaugt und die oberen 1-2 cm Kies in der Röhre hochgewirbelt und gereinigt. Evtl. reinige ich ZUVIEL???
    - Deutlich überdimensionierter Filter J** Cristalprofi 900, der super läuft, aber auch selbst in Drosselung eine Strömung produziert, die stärker ist als mir lieb. Mögliche Problemursache?

    4. Bodengrund:
    - D** Depotmix 4cm,
    - 3cm schwarzer 3mm Kies (Problemanzeige siehe unten); darunter Bodenfluter

    5. Beleuchtung: 1x15 Watt Trocal de Luxe Special Plant (D**); leider nur Platz für eine Röhre, daher nehme ich wohl oder übel sehr gelb-grün wirkendes Pflanzenlicht in Kauf (zum Wohle der Pflanzen), obwohl meine Roten Neons dabei nicht gut rüberkommen.. (eine Idee dazu?)

    9. Dünger: Freie Kombination aus D**und J** Produkten bisher:
    - Wasseraufbereitung bei TWW: PHminus (S**) und J** Biotopol, insbes. um CU aus Leitungswasser zu neutralisieren
    - Ebenfalls bei TWW 1x/ Woche:
    - J** Trocal (weit unter Empfehlungswerten, weil ich aus Farbgründen kein Schwarzwasser produzieren will),
    - J** Ferropol (NUR wenn Fe<0,2, also SELTEN so ca. alle 3 Wochen, weil Fe meistens an oberer Grenze; könnte das ein Problem sein, weil ich dann durch Düngeverzicht auch all die anderen Düngebestandteile zurückhalte?! Es lässt sich nachweisen, dass Fe Wert über 1-2 Wochen langsam sinkt.)
    - J** Ferropol 24 täglich einen Tropfen: habe ich nur sporadisch gemacht, wenn ich das Gefühl hatte, das Dünger fehlt, aber der Fe Wert so hoch war, dass ich Ferropol zurückgehalten hatte.. Hatte den Eindruck, das tat den Pflanzen gut.
    - Weiterhin habe ich nach D** Einfahrplan D** S7, V30 und PlantaGold7 gegeben (also ca. 2 wöchentlich).
    - Außerdem sind Cattapablätter für die Garnelen drin.

    10. Zum Zustand und Problemanzeige der Pflanzen:
    - Hydrocotyle leucocephala: ist entgegen aller Erwartungen von Anfang an überhaupt nicht gut gewachsen, sondern an den Stengeln im Boden abgefault und innerhalb des Busches sind an den schlecht belichteten Stellen große und kleine Blätter reihenweise erst knallgelb geworden, dann in Auflösung übergegangen. Die "Luft"wurzeln wachsen gut und nach oben raus treibt sie neue und auch kräftig hellgrüne Blätter. Nach mehrmaligen Versuchen mit Kürzen und Einstecken, habe ich mich aufs Festheften der Stengel auf der Kiesoberfläche verlegt, was dem Verfaulen zunehmend abhilft. Aber wieso will die nicht in den Boden?? Echtes Sorgenkind.

    - Hygrophila poly: ist zuerst nicht gewachsen, sondern hat sich gut eingewurzelt, dann in die Stängeldicke und Wuchshöhe geschossen, so dass sie mein 33cm hohes AQ deutlich überfordert hat. Ergo Kopfstecklinge - noch in Anwachsphase. Habe die Hygrophila extra an die Ausströmung gepflanzt, weil ich gelesen hatte, sie liebe Strömung. Die Stengel in direkter Ausströmernähe sind jedenfalls alle nach und nach eingegangen. Das war wohl zuviel Strömung. Ansonsten hat sie oben rötlich eingefärbt, was für das Lichtangebot spricht. Seid ca. 3 Wochen gehts aber bergab mit schwarzen Punkten auf den Blättern, einzelnen Blättern mit deutlichen Pinselalgen am Blattrand sowie zunehmend Verglasung und Auflösung ganzer großer Blätter. Bald ist nichts mehr da...

    - Hydrotriche hot: gilt als eher anspruchsvoll, war aber die eine Stengelpflanze, die zu Anfang wuchs wie irre. Auch Rückschneiden (Rausziehen, Kürzen, Reinstecken) hat sie akzeptiert und auch Kopfstecklinge sind gekommen. Schöner (wenn auch zerbrechlicher) Nadelwald. Jetzt seit 1 Woche lösen sich hier die Stengel von unten her auf, tw. sogar irgendwo oben in der Pflanzenmitte. Einzelne Stengel im Boden waren schwarz und faulig riechend. Das ist mein eigentlicher Auslöser für dieses Hilfegesuch.

    - Mayaca sel: nachdem ich sie anfangs so eng gepflanzt hatte, dass sie offensichtlich aus Lichtmangel vergilbt, abgenadelt und eingegangen war (so meine Erklärung), habe ich nochmal 3 einzelne Stängel versucht und diese wachsen seitdem wie eine Pracht und erlauben auch Kopfstecklinge.

    - Vallisneria tortifolia: die totale Katastrophe! Ich hab Vallis eigentlich als anspruchslos in Erinnerung, aber ich hab jetzt hier schon einmal komplett nachgekauft und beidemale fast vollständig verglast und aufgelöst. Keine Ahnung, ob die den Bodengrund nicht leiden kann?

    - (Zwischenzeitlich war auch mal eine Myriophyllumart drin, die gut wuchs, aber zu feingliedrig war und aufgrund der Strömung viel zu schnell verschmutzte.)

    - Hydrocephalus verticillata: stagniert. Sammelt kleine punktrunde rötliche Bart?algen auf ihren dem Licht wie ein Sonnensegel ausgesetzten Blättern. Ich schätze, es ist ihr zu warm. Die Literatur spricht von max. 24°...

    - Glossostigmata: geht gar nicht. muss ich rausschmeißen. streckt sich bis zu 10cm dem Licht entgegen und verliert die vergilbten Blättchen am Boden. Keinerlei Seitensprossen, nur Reckung. 1x15 Watt kann ihr wohl einfach nicht gerecht werden...?

    - Cryptos (becketti, parva): Das totale Gegenteil von allen anderen Problemen: Die wachsen und gedeihen - eine echte Pracht! Die 5 Beckettis sind kräftig angewachsene Büschel mit vielen dunkelgrün und bräunlich gefärbten Blättern und verlieren nur mal hier und da ein Blatt durch Vergilbung oder Verglasung. Die 3 Parvas machen mir große Freude, weil sie als sehr ! langsam wachsend gelten, aber zu hübschen kräftig hell-grünen Rosetten geworden sind mit ner Menge mehr Blattzuwachs als seitens Literatur prognostiziert. Extrem selten mal ein gelbes Blatt.

    11. Problemanzeige: Weißer Bodenbelag
    - Ohne jetzt ins Detail zu gehen hab ich in der Vergangenheit die Wurzel (massige, verhöhlte MorkienW aus Fachgeschäft) zweimal rausnehmen und mit Salz, Abbrühen und Ausbacken behandeln müssen, um einen wiederkehrenden weißen pilzig-vernetzt-flauschigen Schimmelbelag wegzubekommen (zuletzt vor ca. 3 Wochen). Bin noch nicht überzeugt, dass das nicht wiederkommt, aber momentan ists ok.
    - Was aber wiederkommt und zwar mehr als je zuvor ist ein grau-weißlicher Belag des Bodengrundes. An mehreren Stellen im AQ sowohl im zwischen Stengelpflanzen als auch in pflanzenfreien Stellen, neuerdings auch im Vordergrund an Stellen, wo noch nie Pflanzen standen. Wenn ich diesen Belag absauge oder mit einem Löffel rausnehme, riecht es ganz klar faulig! Bisher bekämpfe ich es manuell über wöchentliches Absaugen und TWW, aber es ist nach spätestens 2 Tagen wieder da! Evtl. auch jetzt wegen der Sommerhitze schneller als vorher... Dieser Belag sieht eindeutig anders aus als der Schimmel, der auf der Wurzel war. Wirkt fast eher wie ne Verfärbung des Kieses und nicht wie ein Pilzgeflecht. Der Wurzelschimmel hat auch nie gestunken.
    - Was ich nicht im AQ habe sind Turmdeckelschnecken (TDS), weil ich keine Schneckenplage will (hat allerdings nicht ganz geklappt, weil ich noch die eingeschleppten Blasenschnecken mittels manueller Gewalt bekämpfe). Könnte es sein, dass es gut wäre, mit TDS den Bodengrund umwälzen zu lassen? Ich habe auch Angst, dass die mir die Stengelpflanzen ausgraben könnten...

    So, das war ein langer Roman.. Würde mich freuen, wenn sich jemand zu dem einen oder anderen Aspekt äußern könnte. Insbesondere bin ich auf der Suche nach einem neuen stabilen Düngeplan. Ich schätze, meine wilde Kombi von Düngepräparaten plus Dosierung nach tw. eigenem Gutdünken war bisher nicht ideal.. Jedenfalls muss das besser werden auf dem Weg zum gewünschten "Pflanzenaquarium". Und weil ich jetzt nur Gutes von Drak gelesen habe, poste ich hier diese 10 Minutenlektüre und hoffe, damit nicht alle abgeschreckt zu haben.

    Besten Dank und Gruss,
    andi

    ps: siehe fotos im anhang.
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht-2010-06-11-640x480-.jpg   Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht-2010-06-14_wurzelschimmel-800x600-.jpg   Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht-2010-06-19-640x480-.jpg   Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht-2010-06-19_detail-640x480-.jpg  

  2. #2
    Avatar von andreas kremser
    andreas kremser ist offline Administrator
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    Standard AW: Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht

    Hallo,
    ich gehe mal nur auf einzelne Punkte ein, die mir zuerst ins Auge springen. Wenn danach noch Fragen bleiben, bitte einfach noch mal drauf verweisen (aber möglichst in handlicheren Portionen )
    Zitat Zitat von andiwolf Beitrag anzeigen
    - Hydrocotyle leucocephala
    auch wenn man es oft sieht, aber den Wassernabel sollte man nicht einpflanzen, da er eine reine Schwimmpflanze ist. Unter Wasser sterben die Blätter immer mehr oder weniger schnell ab. Man kann es machen, weil er sehr schnell wächst und man so immer genug Material hat, um ihn neu runterzusetzen.
    - Mayaca sellowiana
    ist eine ausgesprochene Weichwasserpflanze und dürfte daher Probleme haben.
    Große Wurzel im AQ, die mir mehrfach Schimmelprobleme bereitet hat (siehe unten).
    Kann man die noch mal rausnehmen? Abbrühen, kräftig abbürsten und wässern, würde helfen.
    Die Bakterienbeläge sind im Prinzip harmlos (können aber kräftig Sauerstoff verbrauchen), deuten aber auf einen zu hohen Anteil an leicht abbaubaren Inhaltsstoffen in der Wurzel hin.
    PHminus
    ist im Prinzip Mineralsäure und senkt eigentlich die KH. Man bekommt so starke Schwankungen der Wasserparameter und des CO2-Gehalts. Da gibt es bessere Lösungen.
    NO3 zwischen 1 und 2,5 (kommt einfach nicht hoch und ich weiß nicht wieso und vermute hier eine Problemursache!?),
    Ist das Testergebnis zuverlässig? Ja, dann wäre es wirklich für einige Pflanzen wenig.
    NH4, NO2 und PO4 nicht meßbar (möglicher Phosphatmangel?),
    Das die ersten beiden nicht nachweisbar sind, zeigt eine funktionierende Nitrifikation. Kein PO4 ist etwas zu wenig für guten Pflanzenwuchs.
    Fe zwischen 0,1 und 0,5 (hab ich nicht stabil bisher, schaden die Spitzen?)
    Besser wäre eine kleinere Schwankung. Ich vermute einen schlecht chelatisierten Dünger, der daher eine zu kurze Halbwertszeit hat.
    Silikat sehr hoch (= Leitungswasser, da bisher noch keine Kieselalgen auch so gelassen)
    Eigentlich hat Silikat weder im Neg. noch im Pos. eine wirkliche Bedeutung im Süßwasser.

    3. TWW und Filter:
    - TWW Wöchentlich ca. 20 l = 30% (meistens ist es deutlich kühler, könnte das ein Problem sein?)
    Nein. Man könnte aber, wenn das Pflanzenwachstum noch Probleme bereitet auch mehr und verstärkt Wasserwechsel betreiben.
    - Dabei wird mit Bodensauger der Mulm abgesaugt und die oberen 1-2 cm Kies in der Röhre hochgewirbelt und gereinigt. Evtl. reinige ich ZUVIEL???
    Ich würde, wenn überhaupt, nur sichtbare, störende, oberflächliche Ansammlungen von Mulm absaugen und den Kies völlig in Ruhe lassen.
    - Deutlich überdimensionierter Filter J** Cristalprofi 900, der super läuft, aber auch selbst in Drosselung eine Strömung produziert, die stärker ist als mir lieb. Mögliche Problemursache?
    Nein, eine gewisse Strömung ist auch für den Pflanzenwuchs gut.
    Man muß aber unterscheiden zwischen Pumpenleistung (die mit dem eigentlichen Filter nichts zu tun hat) und dem Filtervolumen (wie groß ist das?). Ein zu großer Filter kann sich als Nährstofffalle entpuppen.
    5. Beleuchtung: 1x15 Watt Trocal de Luxe Special Plant (D**); leider nur Platz für eine Röhre, daher nehme ich wohl oder übel sehr gelb-grün wirkendes Pflanzenlicht in Kauf (zum Wohle der Pflanzen), obwohl meine Roten Neons dabei nicht gut rüberkommen.. (eine Idee dazu?)
    Ich weiß nicht, gute Pflanzenleuchten haben auch einen guten Farbwiedergabewert (Ra-Wert: 95 - 98 %). Irgendwelche bengalischen Leuchten sind Nonsens.
    Gute Vollspektrumröhren mit vernünftiger Lichtausbeute sind gut für die Pflanzen und den Betrachter.

    9. Dünger: Freie Kombination aus D**und J** Produkten bisher:
    - Wasseraufbereitung bei TWW: PHminus (S**) und J** Biotopol, insbes. um CU aus Leitungswasser zu neutralisieren
    Man sollte nicht zu viele Produkte verschiedener Hersteller mixen, da man sonst durchaus Überschneidungen oder Lücken erhalten kann.
    Geändert von Drakon (21. August 2010 um 11:58 Uhr) Grund: Formatierungsfehler
    Nasse Grüße

    Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

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  3. #3
    andiwolf ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht

    Hallo Herr Kremser und besten Dank für die umgehende Antwort auf meinen Überlänge-Beitrag

    PH-Minus
    ist im Prinzip Mineralsäure und senkt eigentlich die KH. Man bekommt so starke Schwankungen der Wasserparameter und des CO2-Gehalts. Da gibt es bessere Lösungen.
    Welche Alternative schlagen Sie mir für ph minus vor, um das Leitungswasser vor TWW zu senken?

    NO3
    Ist das Testergebnis zuverlässig? Ja, dann wäre es wirklich für einige Pflanzen wenig.
    Ich teste mit J** Profi-set und mir scheinen die Ergebnisse sehr zuverlässig. Auch schwankt der Wert hier kaum und entwickelt sich tendenziell wie erwartet, nur zu niedrig. -> Wie bekomme ich NO3 auf die benötigte Höhe ohne mit Überfütterung mein AQ zu verschmutzen?

    PO4
    Kein PO4 ist etwas zu wenig für guten Pflanzenwuchs
    Wie bekomme ich den PO4 Wert höher?

    Fe
    Besser wäre eine kleinere Schwankung. Ich vermute einen schlecht chelatisierten Dünger, der daher eine zu kurze Halbwertszeit hat.
    Welchen Dünger und welchen Düngerhythmus empfehlen Sie mir?

    Bodengrund: Schimmel und Reinigung
    Ich würde, wenn überhaupt, nur sichtbare, störende, oberflächliche Ansammlungen von Mulm absaugen und den Kies völlig in Ruhe lassen
    Mein Hauptproblem im Moment ist ein sich ausbreitender Schimmelbelag auf dem Boden. Wenn ich den befallenen Boden rausnehme, stinkt der faulig. Mir scheint, hier kann ich nicht einfach zuschauen? Aber auch nach mehrfachem Absaugen und Durchfühlen der oberen Kiesschicht kommt das ständig wieder... Eine Idee?

    Strömung und Filter zu groß?
    Nein, eine gewisse Strömung ist auch für den Pflanzenwuchs gut.
    Man muß aber unterscheiden zwischen Pumpenleistung (die mit dem eigentlichen Filter nichts zu tun hat) und dem Filtervolumen (wie groß ist das?). Ein zu großer Filter kann sich als Nährstofffalle entpuppen.
    Interessante Idee! Der Filterbehälter hat ein Volumen von 7,6 l und die Filtermassen von 4,6 l. Aber eigentlich heißt es doch, ein Filter kann nicht zu groß sein oder? Abgesehen von einem einmaligen Ausspülen des Vorfilters habe ich bisher von einer Filterreinigung abgesehen. Sollte ich das ändern?

    Düngemittel
    Man sollte nicht zu viele Produkte verschiedener Hersteller mixen, da man sonst durchaus Überschneidungen oder Lücken erhalten kann
    Deshalb bin ich hier, um von Ihnen einen Vorschlag für ein passendes Gesamtdüngesystem zu bekommen Was schlagen Sie vor?

    Pflanzen vergammeln

    Hallo,
    ich gehe mal nur auf einzelne Punkte ein, die mir zuerst ins AUge springen. Wenn danach noch Fragen bleiben, bitte einfach noch mal drauf verweisen
    Mein zweites Akutproblem ist wie gesagt, dass sich meine Hygrophila und die Hydrotriche auflösen. Die erste an den Blättern, die zweite an den Stängeln. Und das ist komplett neu. Könnte das an Nährstoffmangel liegen oder eher an den heißen Sommertemperaturen von ca. 30° im AQ?

    Danke und Gruß,
    andi

  4. #4
    Avatar von andreas kremser
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    Standard AW: Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht

    Hallo,
    Zitat Zitat von andiwolf Beitrag anzeigen
    PH-Minus
    Welche Alternative schlagen Sie mir für ph minus vor, um das Leitungswasser vor TWW zu senken?
    Leitungswasser mit UO-Wasser oder demin.Wasser vor dem Wasserwechsel passend mischen und verwenden. Oder UO-Wasser mit Aufhärtesalzen entsprechend aufsalzen.
    NO3

    Ich teste mit J** Profi-set und mir scheinen die Ergebnisse sehr zuverlässig. Auch schwankt der Wert hier kaum und entwickelt sich tendenziell wie erwartet, nur zu niedrig. -> Wie bekomme ich NO3 auf die benötigte Höhe ohne mit Überfütterung mein AQ zu verschmutzen?
    Hier hilft dann eigentlich nur gezielte N-Zufuhr:

    Z.B. mit Eudrakon N

    PO4

    Wie bekomme ich den PO4 Wert höher?
    Z.B. mit Eudrakon P

    Fe

    Welchen Dünger und welchen Düngerhythmus empfehlen Sie mir?
    Das Problem zu schwach chelatisierter Dünger könnten Sie mit jedem unserer Dünger lösen, da diese alle hervorragend chelatisiert sind.
    Ich würde zuerst einmal die zentrale Komponente unseres Baukastenssystems empfehlen: Ferrdrakon

    Bodengrund: Schimmel und Reinigung

    Mein Hauptproblem im Moment ist ein sich ausbreitender Schimmelbelag auf dem Boden. Wenn ich den befallenen Boden rausnehme, stinkt der faulig. Eine Idee?
    Damit entwas faulen kann, muß ja etwas im Boden sein, das faulen kann. Im schlimmsten Fall muß man den Boden ganz ersetzen, wenn man das Problem nicht nach einigen Wochen durch absaugen in den Griff bekommt.

    Strömung und Filter zu groß?

    Interessante Idee! Der Filterbehälter hat ein Volumen von 7,6 l und die Filtermassen von 4,6 l.
    Tatsächlich? Für ein 54 l Becken? Das haben manche nicht mal an einem 250 l Becken dran.
    Aber eigentlich heißt es doch, ein Filter kann nicht zu groß sein oder?
    Ich weiß nicht wo es das heißt, aber ein Filter kann definitiv zu groß sein. Ein sehr großes Filtersubstrat wird auch irgendwann besiedelt, aber die Bakterien leiden dann dort Hunger, wenn das Nahrungsangebot nicht entsprechend mitwächst. So wird in der Not jede auch nur annähernd mögliche Nahrungsquelle erschlossen. So werden dann eben auch Chelatoren und wichtige Huminstoffe abgebaut, die bei kleinerem Filterinhalt nicht angegriffen würden.
    Abgesehen von einem einmaligen Ausspülen des Vorfilters habe ich bisher von einer Filterreinigung abgesehen. Sollte ich das ändern?
    Nein, einen Filter reinigt man in den meisten Fällen erst dann, wenn der Durchfluß nicht mehr zufriedenstellend ist.

    Düngemittel

    Deshalb bin ich hier, um von Ihnen einen Vorschlag für ein passendes Gesamtdüngesystem zu bekommen Was schlagen Sie vor?
    S. o.

    Pflanzen vergammeln

    Mein zweites Akutproblem ist wie gesagt, dass sich meine Hygrophila und die Hydrotriche auflösen. Die erste an den Blättern, die zweite an den Stängeln. Und das ist komplett neu. Könnte das an Nährstoffmangel liegen oder eher an den heißen Sommertemperaturen von ca. 30° im AQ?
    Beides.
    Bei der Hydrotriche wird bei Kasselmann eine absolute Temperaturobergrenze von 26 °C angegeben. Für jede Pflanzen kommt bei der Temperatur der Punkt, wo der Stoffwechsel mehr Energie verbraucht (der Energieverbrauch steigt exponentiell mit der Temperatur) als übers Licht gewonnen wird. Ab diesem Punkt lebt die Pflanzen von der Substanz. Dieser Punkt kann durch Steigerung der Lichtmenge nach oben verschoben werden.
    Die Hygrophila kann zwar theoretisch bis zu 32 °C packen, aber bei wenig Licht und Nährstoffmangel liegt diese Temperaturgrenze sicher deutlich tiefer, so daß hier Nährstoffmangel und hohe Temperatur zusammenwirken.
    Nasse Grüße

    Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

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  5. #5
    andiwolf ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Vergammelnde Pflanzen und fehlendes Düngegleichgewicht

    Hallo,
    das sind sehr gute Hinweise und Erklärungen. Besten Dank! Sowohl in Bezug auf Filtergröße als auch auf Sommertemperatur (momentan ists Spätabends im AQ noch 33°...) und Nährstoffverbrauch der Pflanzen. Besten Dank auch für die konkreten Produktanzeigen. Ich werde mal entsprechend auf das DRAK System einstellen, auch um meine hungrigen Bakterienkulturen zu füttern

    Weiterhin werde ich mal den Bodenfluter (mit seinen 10W) nur intervallmäßig betreiben, um nicht dadurch noch mehr zu erhitzen. Eine Bodenströmung soll ja erhalten bleiben, um nicht noch mehr Fäulnis zu provozieren...

    Den weißen Bodenbelag werde ich brav weiter oberflächlich absaugen und hoffen, dass es sich legt. Ist ja evtl auch temperaturbedingt.

    Noch eine Frage: empfehlen sich nach Ihrer Erfahrung Turmdeckelschnecken zum Umarbeiten des Bodens oder werden dadurch Boden entwurzelt und eine nicht zu stoppende Schneckenplage ausgelöst. Oder besser große Posthörner? Im Moment habe ich 3 Zebrarennschnecken, die sehr pflanzenverträglich sind und auch keinen Nachwuchs generieren können. (Deren Weglauffreudigkeit allerdings auch ein Grund ist, dass ich den AQ Deckel trotz Hitze nicht aufmache...)

    Danke und Gruß,
    andi

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