DRAK Kopf-Graphik
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  1. #1
    Ralf Nelles Gast

    Standard ebenfalls Algen, hoher PO4 Wert

    Hallo zusammen,

    nachdem mein Wohnzimmer AQ eigentlich immer problemlos lief, kriege ich momentan den Algenwuchs nicht richtig in den Griff. Liegt daran, dass relativ viel Futter reinkommt und zusätzlich noch durch Nachzuchten der Besatz erhöht wurde.

    Erst mal die Eckdaten zum AQ:

    Rio 240: 240l brutto, ca. 170l netto, 120*40*50cm, Beleuchtung T5 2* 54W,
    Temp. 28°C, Bodengrund Sand 0,3-0,7mm, Pflanzen, Echinodoren und Vallisnerien, kleinbleibendes Gras, wie üblich Wasserlinsen und Riccia.
    Beleuchtung von 7-12+16-21 Uhr
    Besatz : 6* L333 ca. 12cm ab und an mit NZ im Dutzend, 6 kleine Diskus alenquer, weswegen momentan noch gut gefüttert wird.

    Wasserwerte habe ich heute morgen mit dem Photometer vom wasserpanscher ermittelt.

    Nitrat : ca. 19mg/l
    Kalium : ca. 0,8mg/l
    Phosphat : 3mg/l

    Zu beachten ist, dass ich diese Woche bereits 4mal je 60l Wasser gewechselt habe( Mo,Di, Do, Fr) und heute das nächste Mal, da mir das nach anderen Versuchen, erstmal das nächst sinnvollste erschien.

    Düngen tu ich mit EL Pro Fito und ab und an EL Ferro. Eisen habe ich noch nicht gemessen, da ich die Option habe, alle Eisenwerte zu messen, und erstmal nachfragen wollte, welche überhaupt Sinn machen.

    Nun, wie kriege ich das jetzt einigermaßen hin. Es geht mir nicht um völlige Algenfreiheit, ein paar stören mich nicht, aber wöchentlich massig Blätter zu kappen und ganze, vorher richtig prachtvolle Echinodoren, weg zu schmeißen, ist mir etwas zu viel.

    Gehe ich Recht in der Annahme, dass es sinnvoll wäre, momentan den Pro Fito weg zu lassen, dafür einen reinen K Dünger zu nehmen und, wenn PO4 weiter steigt, dieses mittels Phosphareduc zu entfernen?

    Bitte mal ein wenig um Input. Bei Fischen kriege ich ja vieles in den Griff, aber was Pflanzen betrifft, habe ich bei Problemen doch recht wenig Erfahrung.

    Danke

    Ralf

  2. #2
    Zepp ist offline Neuer Benutzer
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    Ort
    Steinbach/Thüringen
    Beiträge
    13

    Standard AW: ebenfalls Algen, hoher PO4 Wert

    Hallo Ralf,

    wie du ja selber schreibst,wird dein Aquariumwasser durch Überbesatz und reichlich Fischfutter belastet. Deshalb die hohen Nitrat und Phosphatwerte. Diese enstehen durch den Abbau von organischen Material wie Futterresten, Pflanzenteile, Fischkot und so weiter. Pflanzen benötigen Phosphat und Stickstoffverbindungen zum Wachsen, aber Algen sind nahe zu verrückt danach. Im Aquarium sollte ein Nitratwert von 25mg/l und ein Phosphatwert von 0,5mg/l als maximale Obergrenze angenommen werden.
    Meiner Meinung nach wirst du die Algen nur in den Griff bekommen, wenn du zu einem ausgewogen Fischbesatz und Fütterung zurück findest. Der Einsatz von speziellen Filtermedien und Zusätzen zur Entfernung von Nitrat und Phosphat werden auf dauer recht teuer und die Garantie zum Erfolg gibt es dazu leider nicht. Dann lieber die Ursachen bekämpfen: Einem regelmäßigen Wasserwechsel gibt es nichts entgegenzusetzen, aber 1x pro Woche 10% - 25% sollten auch hier genügen. Da dein Aquarium vorher rund lief, dürfte sich ja die Frage nach der Filterung, Beleuchtung und Düngung nicht stellen, denn es hat ja funktioniert.
    Der Eisenwert des Wasser sollte auf jeden Fall zwischen 0,05 - 0,2 mg/l liegen.

    Gruß Zepp

  3. #3
    Ralf Nelles Gast

    Standard AW: ebenfalls Algen, hoher PO4 Wert

    Hallo Zepp,

    danke für die Antwort.
    Es liegt allerdings kein Überbesatz vor. Das was vorliegt ist die momentane hohe Futterzugabe, da die Diskus erst 5-6cm haben, und daher mehrmals täglich Futter benötigen, bis sie größer sind, dann umziehen, bzw. 2 wieder abgegeben werden.

    Das Nitrat in Höhe von 18-19mg/l sehe ich momentan auch nicht als Problem an. Unser Leitungswasser hat höhere Werte. Das Problem sehe ich im Kalium und im Phosphat Bereich. Das Kalium könnte ich mit dem Drak Kalium Dünger nachdosieren.
    Doch das Phosphat muss ich wohl herunter bekommen. Viele Wasserwechsel bringen nicht arg viel, da ich damit auch die anderen Nährstoffe reduziere.
    Also bliebe nur das Phosphareduc von DRak, da alle anderen Phosphatreduzierer Aluminium enthalten, was nicht wirklich besser ist.

    Zum Eisen. Den Wert kenne ich. Es ging mir um die Eisenart. Ich habe die Möglichkeit 2,3 wertiges oder gar chelatiertes Eisen zu messen.
    Soweit ich weiß, benötigen Pflanzen hauptsächlich aber nur 2-wertiges? Oder müssen eben umbauen.
    Wasserwechsel ist übrigens im Normalfall 30% die Woche;-). In jedem der 35 Aquarien.

  4. #4
    Avatar von andreas kremser
    andreas kremser ist offline Administrator
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    Schönaich
    Beiträge
    2.612

    Standard AW: ebenfalls Algen, hoher PO4 Wert

    Hallo,
    Zitat Zitat von Ralf Nelles Beitrag anzeigen
    Zum Eisen. Den Wert kenne ich. Es ging mir um die Eisenart. Ich habe die Möglichkeit 2,3 wertiges oder gar chelatiertes Eisen zu messen.
    Soweit ich weiß, benötigen Pflanzen hauptsächlich aber nur 2-wertiges? Oder müssen eben umbauen.
    ich halte die Unterscheidung zwischen den verschiedenen "Eisenarten" in der Aquaristik für nicht zielführend.

    Dazu möchte ich ein wenig ausholen:
    Der Wechsel zwischen den beiden Oxidationsstufen des Eisens (2 / 3) in Wasser findet innerhalb weniger µs - ms statt (es gibt da auch keinerlei kinetische Hemmung oder dergleichen). In einem chemisch-biologischen System wie einem Aquarium ist nicht nur ein einzelnes Redoxsystem vorhanden, sondern deren hunderte, die nicht einzeln, sondern nur zusammen als ein Messwert zu erfassen sind.
    Das Redoxsystem Eisen II/III stellt dabei nur eine kleine Untereinheit eines sehr großen Komplexes dar. Den Schwerpunkt in diesem Komplex stellen auf der einen Seite eine Vielzahl von organischen Verbindungen, auf der anderen Seite Sauerstoff.
    Mit anderen Worten, man hat bereits einen sehr stabilen, gut gepufferten Redoxwert vor der Zugabe irgendwelcher Eisenverbindungen im Aquarium. Die winzig kleine zugegebene Eisenmenge kann diesen Wert praktisch nicht beeinflussen, stattdessen stellt sich das Verhältnis zwischen Eisen II und Eisen III so ein, dass es mit dem vorgegebenen Redoxwert korrespondiert.
    Da es sich hier durchweg um reversibele Gleichgewichtssysteme handelt, führt nun ein wie auch immer gearteter Verbrauch auf der einen Seite (z.B. Eisen II durch die Pflanzen) zu einer Neubildung des verbrauchten Stoffs aus dem Gleichgewicht, so dass das Verhältnis zwischen den beiden Stoffen unverändert bleibt. Solange also überhaupt noch ein Vorrat an Eisen vorhanden ist, wird der verbrauchte Stoff immer nachgeliefert.

    Daher ist und war es schon immer irrelevant ob man Eisen in der 2-oder 3-wertigen Form zugibt. Egal aus welcher Richtung man kommt, es wird sich immer dasselbe Gleichgewicht im Aquarium einstellen. Aus diesem Grund ist auch die Frage ob Pflanzen 2- oder 3-wertiges Eisen verbrauchen rein akademisch. Sie spielt in der Praxis keine Rolle.

    Warum man in Düngemitteln trotzdem die eine oder andere Form bevorzugt, hat meist technische Gründe.

    Chelatisierung:
    Für die Pflanze ist es zu einem gegebenen Zeitpunkt egal, ob der Eisengehalt im Wasser chelatisiert ist oder nicht. Es zählt nur das lückenlose Vorhandensein von Eisen zu jedem Zeitpunkt. Der Chelator ist nur ein technischer Kunstgriff, um eben dieses Eisen über einen längeren Zeitraum zu stabilisieren. Ohne Chelatoren ist unter den gegebenen Bedingungen im Aquarium keine lösliche Eisenverbindung lange stabil. Sie enden rasch als Eisenhydroxid oder -phosphat im Sediment. Zugegebene Chelatoren verhindern diesen Fällungsprozess eine gewisse Zeit, da auch sie physikalisch-chemisch (oder biologisch) angegriffen werden.

    Die Messung des chelatisierten Anteils des Eisens in der Aquaristik macht daher für mich ausschließlich in der Beurteilung der Qualität eines gegebenen Düngers Sinn. Wie viel Prozent des vorgegebenen Eisens sind chelatisiert und wie stabil ist die Chelatierung über einen bestimmten Zeitraum?
    Diese Daten verändern sich dann aber nicht mehr, solange die Rezeptur bei einem Präparat nicht verändert wird.

    Fazit:
    Für meine Begriffe ist daher ausschließlich die Messung des Gesamteisengehalt ist im Aquarium notwendig und sinnvoll.
    Nasse Grüße

    Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

    Impressum / Pflichtangaben

  5. #5
    Ralf Nelles Gast

    Standard AW: ebenfalls Algen, hoher PO4 Wert

    Zitat Zitat von Andreas Kremser Beitrag anzeigen
    Hallo,
    ich halte die Unterscheidung zwischen den verschiedenen "Eisenarten" in der Aquaristik für nicht zielführend.

    Fazit:
    Für meine Begriffe ist daher ausschließlich die Messung des Gesamteisengehalt ist im Aquarium notwendig und sinnvoll.
    Hallo Andreas,

    danke für den Input, genau darauf hin lief meine Frage im ersten Post hinaus, dass ich vor der Messung erstmal Input brauche, um zu wissen, welchen Eisenwert ich brauche.

    Es wäre schön, wenn du mir noch ein wenig deine Meinung zu meiner Problematik geben könntest und ob der Weg, den ich im Hinterkopf habe, Kaliumdüngung mittels Ferrdrakon K und Phosphatreduzierung mittels Phosphareduc erstmal auf verträgliche Werte bringen kann, um den Algenwuchs etwas zu dezimieren.

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