Hallo zusammen,
ich kämpfe hier nun schon seit einigen Jahren mit Algenproblemen, die ich bisher trotz aller möglichen Änderungen und Tricks einfach nicht in den Griff bekommen habe. Auffällig dabei: Erhöhungen der Düngerationen hatten letztlich auch immer eine Algeneskalation zur Folge. Letztlich habe ich das betroffene Becken also mehr oder weniger im Mangel gehalten, zwischendurch immer mal wieder versucht dahinter zu steigen und die Probleme doch nicht wirklich gelöst, während mein Pflanzenbestand sich im Laufe der Zeit immer weiter reduziert.
Vor zwei Wochen hat es mich dann wieder gepackt. Ich habe das Becken bis auf den Bodengrund ausgeräumt, die Pflanzen von Cyanos befreit, eine grössere Wurzel aus dem Becken verbannt und das Becken wieder zu rund 90% mit Pflanzen besetzt.
Seitdem gebe ich täglich EasyCarbo zu. Hintergrund war der, dass ich den Pflanzen mehr Kohlenstoff zuführen wollte, ohne die CO2-Versorgung zu sehr hochschrauben zu müssen. Gut, dass das Zeug das nicht wirklich leistet, habe ich mittlerweile mitbekommen, aber zumindest scheint es die Pflanzen zu unterstützen und die Cyanos und Algen damit weitestgehend in Schach zu halten. Das gibt mir wiederrum die Möglichkeit mich ungestört auf die Hintergründe zu konzentrieren ohne an Symptomen rumdoktern zu müssen.
Nun die Entwicklung der vergangenen zwei Wochen:
Nach der Neueinrichtung, in deren Zuge auch gut 90% des Wassers gewechselt wurde, habe ich direkt die normale Dosierung mit Ferdrakon durchgeführt. In der Folge waren die Pflanzen gegen abend gut mit Sauerstoffbläschen bedeckt. Einmal erschien kurz ein leichter Hauch Cyanos auf dem Sand, am nächsten Tag war er wieder weg. Im Laufe der Woche habe ich die CO2-Versorgung von anfänglich 20 Blasen die Minute auf rund 50 Blasen die Minute hochgeschraubt, um einen CO2-Gehalt von rund 20 mg/l zu etablieren. Gegen Ende der Woche machten sich die Cyanos wieder bemerkbar.
Vor einer Woche habe ich dann einen 50%-Wasserwechsel durchgeführt, danach wieder in Normaldosierung gedüngt und Nitrat und Phosphat zugegeben. Hierfür habe ich den NPK-Dünger von Nutrafin genutzt, der hier noch rumstand. NO3 also um rund 7mg/l erhöht, PO4 um rund 0,5 mg/l.
Die Pflanzen waren gegen abend zwar immer noch mit Blasen bedeckt, aber nicht mehr so wie im Laufe der ersten Woche und Tendenz sinkend. Auch gefiehlen sie mir nicht wirklich. Die Cabomba caroliniana ist mehr gelblichgrün und versucht sich mehr richtung Boden zu orientieren als richtung Licht, die Rotala sp. "nenjenshawn" brachte fast weiße Triebe und die Hygrophila crymbosa kam gar nicht in die Puschen.
Eine Testreihe zwei Tage nach dem Wasserwechsel ergab NO3 10 mg/l, PO4 nn, Fe nn. Habe die Testsets dann gegengeprüft, die sind in Ordnung. Mit Eudrakon P den Phosphatwert um 0,2 mg/l angehoben und noch einmal eine Volldosierung Ferdrakon durchgeführt.
Am nächsten Tag Fe gerade noch nachweisbar, PO4 bei 0,2 mg/l, sonst keine Veränderung. Der nächste Versuch war dann Kalium. Kalium um 2 mg/l angehoben. Keine Veränderung.
Jetzt zuletzt aufgrund des clorotischen Aussehens der Pflanzen und von Verkrüppelungen an der H. corymbosa bei gleichzeitig vorhandener Versorgung mit Spurenelementen, Magnesium ins Auge gefasst. Nach einer Zugabe von 6g Durdrakon auf die rund 192l fand ich nach 2 Stunden geradezu Sprudelwasser vor. Ob aufgrund der Reaktion der Pflanzen oder aufgrund des Lösungsprozesses des Durdrakon kann ich nicht sagen. Die Pflanzen machen jetzt zwei Tage später einen etwas besseren Eindruck, die Assimilation ist wieder normal sinkend.
Das ist der derzeitige Stand. Die CO2-Zufuhr musste ich im Laufe dieser zweiten Woche wieder reduzieren. Jetzt laufen wieder 20 Blasen die Minute durch und selbst damit liege ich deutlich über den von mir angestrebten 20 mg/l.
Auch habe ich das Gefühl wieder hinter den Entwicklungen herzurennen und nur noch zu reagieren und nicht mehr zu agieren. Dem ein oder anderen mag mein Handeln überhastet und hektisch erscheinen, ich habe mich allerdings nun über Jahre in Geduld geübt und das Gefühl, jetzt eine Chance zu haben bevor das Becken wieder vor die Wand fährt. Und auf dem Weg ist es.
Warum schreibe ich das alles hier so ausschweifend und langatmig? Ich suche nach einer sinnvollen Möglichkeit, mein Becken mit den benötigten Makro- und Mikronährstoffen zu versorgen ohne von einem Nährstoffmangel in den nächsten zu taumeln.
Die im Internet veröffentliche Trinkwasseranalyse sieht so aus:
elektr. Leitfähigkeit bei 25°C µS/cm 390 (ich messe nur rund 330 µS/cm)
Gesamthärte °dH 7,02 (ich messe zwischen 8° und 9° schwankend)
Natrium mg/l: 24
Kalium mg/l: 2,3
Calcium mg/l: 40,9
Magnesium mg/l: 5,7
Chlorid mg/l: 32
Sulfat mg/l: 25
Nitrit mg/l: 11 (ja, die schreiben wirklich Nitrit und meinen offensichtlich Nitrat)
Das ist alles, eine ausführliche Trinkwasseranalyse habe ich von den Stadtwerken angefordert. Als Säurebindunsgvermögen messe ich 4° KH. Das Wasser wird für meine Südamerikaner zu 50% mit Osmosewasser verschnitten.
Mein erster unbedarfter Eindruck: Viel Natrium, Chlorid und Sulfat, wenig Magnesium und Kalium. Nicht wirklich ein Wasser, das im Standardionenverhältnis steht.
Nun, was soll ich tun um die Nährstoffversorgung aufrecht zu erhalten? Habe auch schon mit dem Gedanken gespielt Magnesium zuzuführen, aber da erhöhe ich ja auch gleich Chlorid und/oder Sulfat, das schon mehr als ausreichend da ist. Wöchentliche Totalwasserwechsel halte ich andererseits auch für zu heftig und sind mir aufgrund des verschnittenen Wasser gar nicht möglich. Gibt es 'ne einfache Möglichkeit, die ich vor lauter Bäumen nicht mehr sehe?
Vielen Dank für jede Hilfe im Voraus.
Ach ja, es handelt sich um ein 120x40x40cm Becken mit 2x39W T5 mit Doppelbogen-Reflektoren.
Gruß
Det

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