DRAK Kopf-Graphik
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  1. #6
    Avatar von andreas kremser
    andreas kremser ist offline Administrator
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    Standard AW: Dünger für Phytoplankton

    Hallo,
    Zitat Zitat von Mutalisk Beitrag anzeigen
    Wie wäre es denn, einen passenden Blumendünger zu nehmen und dort den Stickstoffanteil soweit zu erhöhen, daß er im Verhältnis 15:1 zu Kalium und Phosphat steht ?
    15:1 zu PO4 versteh ich ja noch. Aber Kalium wird doch fast in der selben Menge verbraucht wie Nitrat, oder gibt es da bei den Algen andere Werte?
    Kaliumnitrat scheidet da wohl aus, oder ? Weil das doch sicher den Kaliumanteil auch wieder in die Höhe treibt.
    Da Meerwasser neben viel Natrium auch bereits erhebliche Mengen Kalium enthält, würde das andererseits gar keine besondere Rolle mehr spielen. Deswegen hab ich auch Natriumnitrat erwähnt. Die zusätzliche Natriumzufuhr über die Düngung könnte man dann neben dem bereits vorhandenem Natrium glattweg vergessen.
    Aber wie wäre es denn z.B. mit der Zugabe einer passenden Menge Harnstoff ?
    Wäre eine Möglichkeit. Andererseits wird Harnstoff wiederum von Mikroorganismen recht schnell in Ammonium und CO2 zerlegt.
    Nasse Grüße

    Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

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  2. #7
    Mutalisk ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Dünger für Phytoplankton

    Hallo Andreas,

    Also ich habe auf diversen deutschen und auch englischsprachigen Seiten viel zum Thema Phytoplankton und Nährlösungen gelesen.
    Kalium wird meist ziemlich vernachlässigt. Wichtig ist scheinbar eine große Menge Stickstoff (manchmal verschiedene Lieferanten wie bei käuflichem Blumendünger) und etwas Phosphat. Dazu noch Spurenelemente und eine Vitaminlösung, um den Algen auch einen gewissen Nährwert zu geben.

    Eine Quelle geht davon aus, daß im (synthetischen) Meersalz bereits alle benötigten Spurenelemente vorhanden sind und bereitet eine Nährlösung aus drei verschiedenen Stammlösungen zu:

    Stammlösung 1 - Die Nitratlösung

    Hier wird 1 Gramm Kaliumcarbonat (denke das ist ein Schreibfehler, muß wohl Kaliumnitrat heissen) auf 100ml Süßwasser gelöst.

    Stammlösung 2 - Die Phosphatlösung

    Hier wird 0,1 Gramm Kaliumhydrogeniumphosphat auf 100ml Süßwasser gelöst.

    Stammlösung 3 - Die Magnesiumlösung

    Hier wird 0,1 Gramm MgSO4 * 7H20 auf 100ml Süßwasser gelöst.

    Eine andere Quelle benutzt eine wohl recht schwierig herzustellende Spurenelementelösung, dazu eine Vitaminlösung und jeweils eine Lösung um den Stickstoff und Phophatbedarf zu decken. Hier wird Natriumnitrat und mono-Natriumphosphat-1-hydrat verwendet.

    Ich bin leider kein Chemiker und kann den Gehalt an Phosphat und Nitrat hier nicht beurteilen, in die Stammlösungen werden hier:
    75g/L Natriumnitrat
    5g/L mono-Natriumphosphat-1-hydrat
    gegeben.

    Kannst du mir aus dem Stehgreif sagen, wie das Verhältnis Nitrat zu Phosphat hier wäre ?

    Davon wird dann jeweils 1ml (plus 1ml der Vitamin- und Spurenelementelösung) auf 1 Liter Seewasser aufgefüllt. Das wäre dann die recht bewährte Grundrezeptur des F/2 mediums nach Guillard.

    Ok, beide Rezepte haben nun einen immens hohen Anteil an Stickstoff. Gleichzeitig sollen ja recht hohe Nitratwerte im Phytozuchtbecken eingestellt werden. Wie würde sich denn da nun die Bildung von Ammoniak auswirken ? Es ist ausschließlich das Phytoplankton in diesem Becken. Beide Rezepte (besonders das f/2) sind scheinbar praxiserprobt. Vorteil gegenüber Blumendünger ist wohl, daß die Kombination an Stoffen dahingehend an die Algen angepasst ist, daß sie rückstandslos aufgebraucht wird und sich in dem Phytobecken nicht ein Überschuß an z.B. Phosphat oder Kupfer ansammeln kann.
    Wie gesagt soll das Phyto bei mir der Fütterung von Artemia dienen, wird also nicht direkt in ein Meeresaquarium eingebracht. Ich weiß leider nicht, wie sich die nicht verbrauchten Düngerbestandteile auf die Artemia auswirken. Wenn ich da nur an meine früheren Kupferprobleme denke graust es mir schon.....

    Grüße,

    Juergen

  3. #8
    Avatar von andreas kremser
    andreas kremser ist offline Administrator
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    Standard AW: Dünger für Phytoplankton

    Hallo,
    Zitat Zitat von Mutalisk Beitrag anzeigen
    Kalium wird meist ziemlich vernachlässigt.
    ist ja wie schon geschrieben reichlich in Meerwasser enthalten.
    Stammlösung 1 - Die Nitratlösung

    Hier wird 1 Gramm Kaliumcarbonat (denke das ist ein Schreibfehler, muß wohl Kaliumnitrat heissen) auf 100ml Süßwasser gelöst.
    Das ließe sich problemlos herstellen.
    Stammlösung 2 - Die Phosphatlösung

    Hier wird 0,1 Gramm Kaliumhydrogeniumphosphat auf 100ml Süßwasser gelöst.
    Das Auch.
    Stammlösung 3 - Die Magnesiumlösung

    Hier wird 0,1 Gramm MgSO4 * 7H20 auf 100ml Süßwasser gelöst.
    Ebenso kein Problem.

    Ich seh aber auch kein Problem darin, dass gleich alles zusammenzumischen. Die verschiedenen Stammlösungen finden sich oft in wissenschaftlichen Rezeptesammlungen, weil ausgehend davon dutzende verschiedener Rezepte zu realisieren sind.
    Ich bin leider kein Chemiker und kann den Gehalt an Phosphat und Nitrat hier nicht beurteilen, in die Stammlösungen werden hier:
    75g/L Natriumnitrat
    5g/L mono-Natriumphosphat-1-hydrat
    gegeben.
    54,7 g Nitrat
    3,44 g PO4
    Kannst du mir aus dem Stehgreif sagen, wie das Verhältnis Nitrat zu Phosphat hier wäre ?
    15,9 : 1

    Davon wird dann jeweils 1ml (plus 1ml der Vitamin- und Spurenelementelösung) auf 1 Liter Seewasser aufgefüllt. Das wäre dann die recht bewährte Grundrezeptur des F/2 mediums nach Guillard.
    Ok, beide Rezepte haben nun einen immens hohen Anteil an Stickstoff. Gleichzeitig sollen ja recht hohe Nitratwerte im Phytozuchtbecken eingestellt werden. Wie würde sich denn da nun die Bildung von Ammoniak auswirken ?
    Wenn man nur Nitrat zugibt, wo soll dann das Ammonium/Ammoniak herkommen?
    Wie gesagt soll das Phyto bei mir der Fütterung von Artemia dienen, wird also nicht direkt in ein Meeresaquarium eingebracht. Ich weiß leider nicht, wie sich die nicht verbrauchten Düngerbestandteile auf die Artemia auswirken. Wenn ich da nur an meine früheren Kupferprobleme denke graust es mir schon.....
    Da wird dann nichts anderes eingebracht, als das, was die Artemia auch produzieren.
    Nasse Grüße

    Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

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  4. #9
    Mutalisk ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Dünger für Phytoplankton

    Hallo Andreas,

    Nochmal vielen Dank für deine Hilfe. Etwas neutrale Beurteilungen abseits von den zu eingefahrenen Betrachtungsweisen mancher Phytoplanktonzüchter sind mir sehr wichtig.
    Ich denke eigentlich auch, daß ein wenig Phosphat meine Fische nicht umbringt oder schädigt und auch die Artemia nicht.
    Wenn man nur Nitrat zugibt, wo soll dann das Ammonium/Ammoniak herkommen?
    Entschuldigung. Habe mich da nicht genau genug ausgedrückt. Bezog mich hier auf andere Rezepte und auch die meisten Blumendünger wo auch noch andere Stickstofflieferanten drin sind wie z.B. Carbamidstickstoff. Oder auch das Ammoniumnitrat in Eudrakon N.

    Hätte ja wie gesagt gern alles aus deinen Düngern angemischt. Zumindest soweit, daß ich die benötigte Stickstoff/Phosphat Konzentration erreiche im Verhältnis von 15:1 bis 20:1. Zeitgleich noch ein paar Vitamine und Spurenelemente (Ferrdrakon ??? Aquadrakon ???) und mein Phytodünger wäre perfekt. Aber da wäre wohl das Ammoniumnitrat im Wege, wenn ich dich richtig verstanden habe.

    Hast du da eventuell einen Vorschlag so aus dem Stehgreif ?

    Ansonsten könnte ich höchstens noch auf die Apotheke zugreifen für die einfachen Stammlösungen. Doch über deinen Dünger wäre es mir lieber, weil ich den eben schon da habe.
    Vielleicht besorge ich mir mal Natrium- oder Kaliumnitrat aus der Apotheke. Kann ich den Stickstoffanteil dieser Verbindungen irgendwo nachlesen ?

    Alles eine sehr interessante Problematik

    Grüße,

    Juergen

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