Hi,
ich hätte einige Fragen zum Spurenelemente-Dünger. Zunächst einmal etwas zu meinen Aquarien: meine Aquarien habe ich seit Ende 2005, zwei 80 cm Becken (Garra rufa, Guppies, Regenbogenfische) und einige kleine (für Garnelen, für Quarantäne...). Ziemlich zu Beginn gab es schon einige Probleme: z.B. starben alle anfangs eingesetzten Apfelschnecken innnerhalb weniger Tage. Auch bei den Posthörnern gab es Verluste. Meine Garra rufa zeigten oft eine viel zu helle Färbung. All diese Probleme deuteten auf zuviel Kupfer hin, allerdings kann mein J*L-Test nichts nachweisen. Der Tierarzt allerdings fand einen recht hohen Kupferwert.
Daraufhin verwendete ich einige Zeit lang als Wasseraufbereiter S*r* aq*tan. So richtig sichtbare Erfolge konnte ich damit aber nicht feststellen. Als Dünger kam sporadisch Bi-Flor-F zum Einsatz, der ist nun aber schon seit einigen Monaten alle. Zur Zeit verwende ich keinen Aufbereiter mehr, sondern dusche sehr ausführlich und drehe dann unmittelbar den Wasserzulauf (über Schlauch) ins Aquarium an. (obwohl ich vorher auch kein über Nacht stehendes Wasser verwendet hatte! Und eigentlich sollten die Cu-Leitungen bei unserem harten Berliner Wasser eh passiviert sein!?)
Jetzt leben auch Apfelschnecken im Becken. Bei den Garnelen allerdings gab es in letzter Zeit rel. viele Todesfälle, die ich aber nicht mit Wasserwechsel o.ä. in Verbindung bringen kann. Die Fische sind munter und vermehren sich.
Jedenfalls bin ich darauf aus, einigermassen bescheid zu wissen, was ich in meine Becken gebe. Daher hätte ich noch einige Fragen:
- als Komplexbildner in Ferrdrakon sind EDTA, HEEDTA, DTPA und NTA aufgeführt. Warum sind so viele verschiedene enthalten? Hätte es nicht EDTA alleine auch getan?
- im Glossar auf drak.de findet sich nur ein ausführlicherer Eintrag zu EDTA, nicht zu den anderen. Auf http://www.chemistryworld.de/cheminfo/7087-lex.htm findet sich aber z.B. zu NTA etwas von 'wassergefährdend' und von R40 'irreversible Schäden möglich/Verdacht auf krebserzeugende Wirkung'. Desgleichen bei DTPA: trägt das Warnzeichen 'Umweltgefährdend' und in GB die Klassifikation 'Possible carcinogen'. Zur Klarstellung: Nein, ich glaube nicht wirklich, dass bei der angewendeten Konzentration eine Gefährdung vorliegt. Trotzdem wüsste ich gerne etwas mehr.
- im Glossar findet sich zu "Chelator": "Gerne verwendet werden NTA, EDTA (6), HEEDTA (7), DTPA (7,5) und EDDHA (10). In Klammern der pH bis zu dem der Komplex stabil ist." Was ist mit diesen pH-Werten gemeint? EDTA z.B. hat meines Wissens nach einen sehr weiten Stabilitätsbereich, was also wäre gemeint mit 'stabil bis pH 6'?
- Falls in meinem Leitungswasser tatsächlich manchmal grössere Kupfermengen enthalten sind, so müsste dieses doch von den Komplexbildnern im Dünger komplexiert werden (weil es z.B. das Magnesium verdrängt). Mit welcher zeitlichen Größenordnung müsste ich denn rechnen? Minuten? Stunden?
Außerdem stellt sich die Frage, wie lange würde das Kupfer so maskiert bleiben (die Chelate werden ja im Filter von meinen Bakterien aufgefressen)?
- warum enthält der Dünger Nickel? Ich habe in verschiedene Bücher geschaut (u.a. Neumann: 'Pflanzliche Zell- und Gewebekulturen', Friedrich/Fischer: 'Physiologische Grundlagen des Obstbaus') - Nickel findet sich nirgends als für die Pflanzen notwendiges Spurenelement. (Co wird im Prinzip auch nicht bei den notwenigen Spurennährstoffen aufgeführt, soll aber wenigstens bei 'einigen höheren Pflanzen' positiv wirken.)
- warum der Unterschied Kaliumhydrogencarbonat/Kaliumsulfat bei Flüssig-/Pulverform des Düngers?
- warum sind fast ausschließlich die Sulfate enthalten und nicht die Chloride? Im normalen Gartenbau wird man Chlorid vermeiden, weil einige Pflanzen empflindlich darauf reagieren. Aber im Aquarium wäre die Konzentration durch den Dünger weit von schädlichen Konzentrationen entfernt, aber die Fische müssten doch eigentlich von ein paar zusätzlichen Chloridionen profitieren. Immerhin müssen ja Süßwasserfische Energie aufwenden, um den Salzgehalt in ihrem Blut hoch genug zu halten und Chloridionen aktiv aus dem Wasser aufnehmen.
- viele meiner 'Landpflanzen' könnten auch mal etwas Spurenelementedünger vertragen. Z.B. Passiflora, aber auch einige Beerensträucher und die Rosen. Gibt es im Verhältnis der Mikronährstoffe zueinander oder beim Gehalt an Chelatoren größere Unterschiede zwischen Ferrdrakon und einem Spurenelementedünger im Gartenbau?
Sorry für die vielen Fragen. Wäre nett, wenn Ihr mir etwas Erleuchtung zukommen lassen würdet.
Grüsse,
Robert

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