DRAK Kopf-Graphik
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 5 von 6
  1. #1
    djtdave ist offline Neuer Benutzer
    Registriert seit
    17. Juli 2007
    Beiträge
    2

    Standard Umkehrosmoseanlage reklamieren?

    Hallo Aquarianer,

    ich möchte gerne mal eure Meinung hören. Ich habe mir vor kurzem eine neue UO-Anlage (TFC-Membran) zugelegt. Ich bin leider etwas entäuscht von Ihrer Leistung. Mein Ausgangswasser hat einen Leitwert von 660uS, das Permeat 80uS (Das ist immer noch 4 mal mehr als mein Regenwasser!). Und weniger als 90% Leistung. (Leitungsdruk 4 bar)
    Nun liest man ja immer, daß diese Dinger je nach Umständen zwischen 90 und 98% der Salze entfernen sollen. Wäre die Anlage schon etwas betagt, wäre das ok aber eine Neue sollte da doch drin liegen oder?

    Was meint Ihr, ist das ein triftiger Grund das Ding zu reklamieren?

    LG, David

    PS: Sie ist noch nie ausgetrocknet.

  2. #2
    Avatar von andreas kremser
    andreas kremser ist offline Administrator
    Registriert seit
    01. Oktober 2004
    Ort
    Schönaich
    Beiträge
    2.611

    Standard AW: Umkehrosmoseanlage reklamieren?

    Hallo,
    Zitat Zitat von djtdave Beitrag anzeigen
    Und weniger als 90% Leistung. (Leitungsdruk 4 bar).
    und das bedeutet in Zahlen? Bei welchem Wasser-/Abwasser-Verhältnis?
    Was meint Ihr, ist das ein triftiger Grund das Ding zu reklamieren?
    Ich denke schon. Vor allem wäre ein deutlich besserer Leitwert schon zu erwarten.
    Nasse Grüße

    Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

    Impressum / Pflichtangaben

  3. #3
    RoPa ist offline Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10. August 2007
    Beiträge
    10

    Standard AW: Umkehrosmoseanlage reklamieren?

    Hallo,
    kann zwar deinen Unmut verstehen, aber ich glaube nicht das eine Reklamation wirklich berechtigt wäre.
    Beispiel:
    Mein Leitungswasser hat einen Leitwert von 600 µS/cm mit einer einfachen UO-Anlage kam ich auch immer nur auf Leitwerte des Osmosewassers zwischen 60 und 90 µS/cm und das bei einem Abwasser / Permeatverhältnis von ca. 4 : 1
    Ich habe jetzt umgestellt auf eine andere Osmoseanlage mit Druckerhöhungspumpe und erreiche unter ansonsten gleichen Bedingungen einen Leitwert von ca. 15 bis 20 µS/cm.
    Du solltest deinen mit 4 bar angegebenen Leitungswasserdruck sehr kritisch betrachten, da dieser wenn er denn überhaupt 4 bar sein sollte den unter Umständen nicht an jeder Wasserentnahmestelle hat, bzw. vielleicht im Keller hat, im EG bereits etwas niedriger im ersten Stock noch niedriger etc.
    Die Osmosemembranen bzw. ihre Datenblätter sind da ganz schön tückisch, wenn man genau schaut ist die Permeatleistung immens abhängig vom Eingangsdruck und der Temperatur des Rohwassers. Falls also Zweifel am Eingangsdruck bestehen oder die Leistung der Osmoseanlage nicht ausreicht meine Empfehlung Druckerhöhungspumpe davorschalten oder von vornherein Anlage mit Druckerhöhungspumpe das spart viel Ärger und Abwasser.
    Beste Aquagrüße
    Robert

  4. #4
    djtdave ist offline Neuer Benutzer
    Registriert seit
    17. Juli 2007
    Beiträge
    2

    Standard AW: Umkehrosmoseanlage reklamieren?

    Zitat Zitat von Andreas Kremser Beitrag anzeigen
    und das bedeutet in Zahlen? Bei welchem Wasser-/Abwasser-Verhältnis?
    Hallo Andreas Kremser,

    naja, in Zahlen sind das 88% Salzrückhaltung bei einem Permeat-Abwasserverhältniss von 1/4. Die Anlage hat nun auch schon mehrere hundert Liter Laufzeit hinter sich. Eingefahren müsste sie also sein.

    Das mit der Druckerhöhung klingt interessant. Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Allerdings verstehe ich nicht wie ein im wesentlichen mechanisch funktionierender Filter bei höherem Druck eine höhere Rückhalterate haben kann? Ich würde eigentlich eher das Gegenteil erwarten. Schließlich werden die Ionen ja mit steigendem Druck auch mit einer größeren Kraft durch die Poren der Membran gepresst, oder?

    Woher bekommt man eine solche Druckerhöhungspumpe?

    Jedenfalls vielen Dank für eure Antworten...

    LG,

    David

  5. #5
    Avatar von andreas kremser
    andreas kremser ist offline Administrator
    Registriert seit
    01. Oktober 2004
    Ort
    Schönaich
    Beiträge
    2.611

    Idee AW: Umkehrosmoseanlage reklamieren?

    Hallo,
    Zitat Zitat von djtdave Beitrag anzeigen
    naja, in Zahlen sind das 88% Salzrückhaltung bei einem Permeat-Abwasserverhältniss von 1/4. Die Anlage hat nun auch schon mehrere hundert Liter Laufzeit hinter sich. Eingefahren müsste sie also sein.
    meine Frage bezog sich auf die Leistung "weniger als 90 % Leistung". Leistung bedeutet ja hier Liter/Tag bei einem bestimmten Druck und Temperatur.
    Die Salzrückhaltung würde ich sprachlich nicht Leistung sondern Effektivität oder so nennen.

    Die Leistung der Anlage hat ja nun auch nicht gerade unerhebliche Bedeutung. Insbesondere die Rückhaltequote und das Permeat/Abwasserverhältnis hängen auch stark von der Leistung einer Anlage ab.
    Allerdings verstehe ich nicht wie ein im wesentlichen mechanisch funktionierender Filter bei höherem Druck eine höhere Rückhalterate haben kann? Ich würde eigentlich eher das Gegenteil erwarten. Schließlich werden die Ionen ja mit steigendem Druck auch mit einer größeren Kraft durch die Poren der Membran gepresst, oder?
    Das ist nun ein weitverbreiteter Trugschluß. Eine UO ist eben keine einfach mechanische Filtration, der Name Ultrafiltration ist kein Marketing-Begriff, sondern versucht die besondere Physik zu beschreiben.
    Hier laufen mehrere Prozesse parallel. Das Wasser hat eine relativ hohe Beweglichkeit in der (hydrophoben) Membran, das ist eine Grundvoraussetzung. Ohne Druck wird das Wasser auf die Seite mit der höheren Konzentration wandern (Osmose) und einen bestimmten Druck aufbauen. Drückt man nun mit einem höheren Druck auf der Konzentratseite, so wandert das Wasser in die andere Richtung (Umkehr-...). Und zwar um so schneller je mehr der angelegte Druck den Osmosegleichgewichtsdruck übersteigt. Idealerweise passieren dabei die gelösten Stoffe die Membran überhaupt nicht.
    Nun ist aber in der Realität nichts ideal, weswegen es immer Poren in der Membran gibt, die die viel größeren gelösten Stoffe teilweise passieren lassen. Dieser Prozess ist aber nicht druckabhängig, sondern diffusionskontrolliert. D.h. je höher der angelegte Druck desto besser wird die Rückhaltequote.
    Da die Diffusion auch noch temperaturabhängig ist, fällt die Rückhaltequote auch noch bei steigender Temperatur. Da die Beweglichkeit des Wassers in der Membran aber auch mit steigender Temperatur steigt, erhöht sich die Leistung der Anlage mit steigender Temperatur.

    Das lässt sich alles am besten in einem Druck-Temperatur-Diagramm, das von besseren Herstellern veröffentlicht wird, darstellen.
    Nasse Grüße

    Andreas Kremser (DRAK-Aquaristik)

    Impressum / Pflichtangaben

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Umkehrosmoseanlage
    Von Wolfgang im Forum Wasseraufbereitung
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 23. Juni 2002, 12:56

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •