| Wasserlinsen in der Medizin |
| Saturday, 20 July 2002 02:00 | |
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Der Teich ist ein einziger grüner Teppich -
Entengrütze hat ihn zugewuchert. Naturliebhaber freuen sich an
dem Bild. Gärtner ärgern sich über die so
extrem schnell wachsende kleine Wasserpflanze, unter deren Teppich sich
kein Leben im Wasser halten kann. Aber auch Wissenschaftler haben die
Entengrütze und ihr Potential entdeckt, berichtet die
britische Zeitschrift „BBC Wildlife” in ihrer Juli-Ausgabe. Denn die
Wasserlinse ist eine wahre Wunderpflanze. Wasserlinsen enthalten viel Stärke, Zucker, Vitamine und vor allem soviel Eiweiß wie keine andere Pflanze. Unter idealen Bedingungen können zehn Tonnen Protein pro Jahr [und Hektar - Anmerkung DRAK] produziert werden, mit Soja ist es höchstens eine Tonne pro Jahr. Entengrütze wäre also ideales Tierfutter. Und in Vietnam, Bangladesch und den USA etwa wird die kleine Schwimmpflanze bereits als Futter für Tiere angebaut. Auch für Menschen ist Entengrütze schmackhaft. Der deutsche Wasserlinsen-Forscher Privatdozent Klaus Appenroth aus Jena hat Entengrütze selbst probiert. Er beschreibt den Geschmack als „frisch und grün” und meint, Wasserlinsen seien als Salat geeignet. Für die Medizin hat die amerikanische Forstwissenschaftlerin Dr. Anne-Marie Stomp die Entengrützefamilie der Lemnaceae entdeckt: Genetisch modifiziert, produziert die Pflanze Proteine, die therapeutisch nutzbar sind, wie Insulin. Und das ist erst der Anfang: Die Forscherin ist so begeistert von der Entengrütze, daß sie in Pittsboro in North Carolina ein biotechnisches Unternehmen namens Biolex gegründet hat, das sich nur der Nutzung der Kleinen Wunderpflanze für die Medizin widmet. aus: Ärztezeitung, Nr. 134 Freitag/Samstag, 19./.20. Juli 2002, S. 5.
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