Kaliumchlorid-Lösungen für pH- und RedoxelektrodenGel-Elektroden können nicht gewartet werden, und sind daher für aquaristische Zwecke (Dauermessung!) eigentlich wenig geeignet. Wenn sie nicht mehr kalibriert werden können bzw. wenn sie den Meßwert nur noch äußerst langsam erreichen, so ist ihre Lebensdauer am Ende angelangt und sie müssen gegen ein neues Exemplar getauscht werden. Alle anderen Meßketten können durch Nachfüllen bzw. Austausch des Kaliumchlorid-Elektrolyten in ihrer Funktion stark unterstützt werden.
Wir verwenden für die Herstellung der KCl-Lösungen ausschließlich Kaliumchlorid in p.a.-Qualität.
ReinigungIm Dauerbetrieb im Aquarium befindliche Elektroden neigen mit der Zeit dazu, einen biologischen „Rasen” (Biofilm) zu bekommen. Es bildet sich eine bakterielle Schicht, die die Meßung träge macht und verfälscht, schlimmstenfalls veralgen die Elektroden sogar. Zur Entfernung von proteinhaltigen Belägen wurden Reinigungslösungen entwickelt, die unserem Mageninhalt nachempfunden sind. Sie enthalten Pepsin und 0,1 molare Salzsäure (pH ~ 1) und entfernen Proteine gut, die aus der Zersetzung von eiweißhaltigen Substanzen im Aquarium entstehen. Viele Bakterien und Algen überstehen aber selbst diese Behandlung relativ unbeschadet. Nach meinen Erfahrungen gibt es hierfür eine günstige und wirksame Alternative, die bei kurzfristiger Anwendung der Elektrode keinesfalls schadet, und die nachweislich Bakterien und Algen abtötet und ablöst. Als Ultimo Ratio für Elektroden, die kaum noch reagieren, bleibt der Regenerationsversuch mit verdünnter Flußsäure oder Ammoniumbifluoridlösung. Diese Behandlung sollte aber den Fachleuten vorbehalten bleiben, nicht nur weil bei falscher oder unbedarfter Anwendung mehr Schaden als Nutzen an der pH-Elektrode angerichtet werden kann, sondern weil Verätzungen mit Flußsäure (auch verdünnter) zu den übelsten Verletzungen gehören, die man sich bei der Anwendung von Chemikalien zufügen kann! Das Gewebe wird durch Fällung des lebensnotwendigen Calciums zerstört. Solche Wunden sind sehr tief und äußerst langwierig in Behandlung und Heilung. Als erstes Gegenmittel sollte beim Arbeiten mit Flußsäure zumindest ein Behälter mit einer Lösung eines Calciumsalzes bereitstehen (wirkt durch die Bildung von schwerlöslichem CaF = Flußspat)! Am besten eignen sich dazu gut vom Gewebe aufnehmbare Salze mit organischen Anionen wie z.B. Calciumgluconat.
Weitere InfosKlaus Haber bietet auf seiner Seite einen ausführlichen Artikel über Prinzipielles der pH-Messung und Aufbau, Funktion und Wartung der Elektroden.
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