Nicht nachgewiesene Essentialität

Lithium

Die Bedeutung von Lithium als Spurenelement ist noch nicht entgültig geklärt, es scheint aber positive Auswirkungen auf den Hirnstoffwechsel zu haben.
Im Tierversuch erzeugt Lithium-Mangel niedrigere Geburtsgewichte, erhöhte Abortraten, veränderte Enzymaktivitäten sowie Verhaltensstörungen. Beim Mensch sind Mangelerscheinungen nicht beschreiben, weshalb die Essentialität umstritten ist. Epidemiologische Untersuchungen lassen aber vermuten, daß in Gegenden mit höherer Lithium-Aufnahme die Inzidenz von Suiziden geringer ist.

 

Nickel

Ni(II) besitzt Ähnlichkeit mit Fe(II). Über den Metabolismus ist wenig bekannt. Die Resorption im Dünndarm liegt bei 1 - 10 %, wobei ein Synergismus mit Eisen vermutet wird.
Ein Nickel-Mangel bewirkt im Tierversuch eine Störung der Eisen-Verwertung sowie der Blutbildung. Bisher konnte Nickel aber nicht als Bestandteil eines humanen Enzymsystems nachgewiesen werden.

Viel bekannter ist Nickel wegen seiner Toxizität in größeren Mengen. Häufig ist auch eine Allergie gegen Nickel, die sich meistens als Kontaktekzem gegen billige Schmuck- und Metallwaren zeigt.

 

Silizium

Man vermutet Funktionen bei der Knochenbildung und im Stoffwechsel des Bindegewebes.
Die Essentialität ist allerdings nicht belegt, Mangelerscheinungen sind keine bekannt.

 

Zinn

Da Zinn in den Oxidationsstufen Sn2+ und Sn4+ vorkommt, ist theoretisch eine Beteiligung an körpereigenen Redoxsystemen sowie eine Bedeutung für die Tertiärstruktur von Proteinen denkbar. Aufgenommen wird es vorzugsweise als organischer Komplex, anorganisches Zinn ist kaum verwertbar.
Zinn wurde zu den essentiellen Elementen gezählt, seit sein wachstumsstimulierender Effekt bei Ratten entdeckt wurde. Eine Beteiligung am Gastrin, das die Salzsäureproduktion im Magen reguliert, wird diskutiert. Bisher fehlt aber jeder Beweis für eine essentielle Wirkung beim Mensch.
Hingegen ist die toxische Wirkung (hauptsächlich intestinale Wirkungen) bei höheren Dosierungen gut bekannt und dokumentiert.

 

Quellennachweis

[pro toto] Anton Amberger, Pflanzenernährung, 4. Auflage, 1996, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

[1] Funktionen von Bor im Stoffwechsel höherer Pflanzen - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

[2] Presseinformation Nr. 225/26. Juni 2001 der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn