Volvox sp.

Biologie

Die kugelförmige Grünalge Volvox sp. markiert in der Entwicklung vom Einzeller hin zum Vielzeller das Stadium direkt nach der Konstitution der ersten Vielzeller.
Sie ist die fortgeschrittenste und größte (bis zu 2 mm Durchmesser) Geiselträgerkolonie, bestehend aus sehr vielen (bis zu 20.000) Einzelzellen, die in regelmäßigen Abständen in der Wandung einer Gallerthohlkugel stecken und ihre 2 Geißeln nach außen kehren. Jede Einzelzelle ist mit ihren Nachbarn durch Plasmabrücken verbunden.

Volvox Zeichnung Keimzelle Hier die schematische Darstellung aus einem alten Schulbuch.

Links werden die die Plasmabrücken zwischen den Zellen gezeigt. Nur die größere Zelle ist vermehrungsfähig.

Rechts die schematische Darstellung des Moments in dem die Mutterkolonie aufplatzt und die Tochterkolonien freigibt.

Volvox Zeichnung Tochterkugeln

Die Fortbewegung geschieht durch den gemeinsamen Geißelschlag aller Zellen. Die vorderen Zellen haben größere Augenflecke und sind lichtempfindlicher als die Zellen am hinteren Pol. Zur Vermehrung sind nur noch wenige Zellen am Hinterende der Kolonie fähig (Bildung erster Keimzellen!); sie sind größer und werden bei ihrer Teilung ins Innere der Kolonie gedrängt. Dort wachsen sie dann zur neuen Kolonien heran, welche nach dem Aufplatzen der Mutterkolonie frei werden. Auf dieser Stufe der Entwicklung der Lebewesen hat nun auch der Tod Einzug gehalten. Sich durch Spaltung vermehrende Einzeller waren und sind ja prinzipiell unsterblich.

Volvox sp. Bild 1 Volvox sp. Bild 1 Volvox sp. Bild 3

Die Bilder dieser Volvox-Art, bei denen man auch die Tochterkoloniebildung sehr gut erkennen kann, wie auch die nachfolgenden Bilder, stammen von Günter H. Stanjek (das Copyright der Photos liegt ausschließlich bei ihm). Auf seiner Website finden sich für Interessierte noch sehr viele ausgezeichnete Aufnahmen zum Thema „Zwischen Gartenteich und Feuchtbiotop”.

Der Vollständigkeit halber gebe ich hier noch den Kommentar von G. H. Stanjek zu der photografierten Volvox sp. an:
„Es ist allerdings noch anzumerken, daß es sich hier um eine sehr kleine Art handelt, die nicht näher bestimmt werden konnte. Sie weicht in der Größe, sowie im Habitus beträchtlich von anderen, bekannteren Arten ab, die normalerweise nur in eutrophen Gewässern vorkommen.”