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ArtikelinhaltDüngetippsSeite 2Seite 3 Mythen und Legenden
Das ist nur teilweise richtig! Richtig ist, daß Wasserpflanzen nur zweiwertiges Eisen aufnehmen können, sie können aber durch die gezielte Abgabe von eigenen Chelatoren festgelegtes Eisen mobilisieren. An der Oberfläche der Zellen wird dann reduziert, aufgenommen werden können anschließend sowohl die kompletten Komplexe, als auch nacktes Fe(II). In der Pflanzenzelle wird wieder zum dreiwertigen Eisen oxidiert und mit Citrat chelatisiert, der Weitertransport erfolgt dann als Eisen(III)citrat. Zudem liegt im Wasser immer ein Gleichgewicht von Fe(II) und Fe(III) vor, dessen Gleichgewichtslage vom Redoxpotential des gesamten Beckens bestimmt wird. Unter aquaristischen Verhältnissen liegt nur ein geringer Teil des Eisen als Fe(II) vor. Beim Verbrauch des wenigen Fe(II) durch die Wasserpflanzen oder durch sonstige Prozesse wird allerdings sofort wieder Fe(II) aus dem Gleichgewicht neugebildet.
Falsch! Sie verhindern aber, daß dreiwertiges Eisen in Form der unlöslichen Phosphate und Hydroxide ausfällt und im Filterschlamm verschwindet, da die Eisen(III)-Chelat-Komplexe ebenso wie die entsprechenden Eisen(II)-Komplexe ausgezeichnet wasserlöslich sind.
Nicht komplett richtig! Nach neusten sehr plausiblen Thesen läuft der Vorgang stufenweise: Chelat-Eisen-Komplexe sind lichtempfindlich (blaues und UV-Licht), tagsüber werden also laufend die Chelatoren der Komplexe durch Lichteinwirkung in eine unwirksame, nicht mehr chelatisierende Form überführt. So freiwerdendes Eisen der Oxidationsstufe III bleibt aber nicht in Lösung sondern fällt aus. Es „rieselt” also den ganzen Tag ein feiner Nebel von Eisenhydroxiden auf die Pflanzen. Dieser feine „Staub” kann durch die pflanzeneigenen Chelatoren mobilisiert und in die Pflanzen aufgenommen werden.
PhosphatfällungEisenphosphat ist unter den aquaristischen Verhältnissen unlöslich, daher können bei hohen Phosphatkonzentrationen größere Mengen Eisen im Filterschlamm gebunden werden. Beim Versuch das Phosphat-Niveau durch einen Wasserwechsel zu senken, löst sich ein Teil des Eisenphosphats wieder zurück und man erreicht in kürzester Zeit wieder das alte Niveau (max. 6 mg/l). Bei normalen bis niedrigen Phosphat-Werten kann eine exzessive Eisendüngung ebenfalls zur Ausfällung von Eisenphosphat führen und damit durch Festlegung des Phosphats zu Wachstumsproblemen führen. In härterem Wasser ist auch Calciumphosphat nur begrenzt löslich und fällt teilweise aus. Das führt dazu, daß sich nach einem Wasserwechsel durch Rücklöseprozesse in kürzester Zeit der alte Phosphatspiegel wieder einstellt.
Stickstoffquelle ChelatorenMeine Dünger sind zwar Nitrat-frei, aber die Chelatoren enthalten nicht unbeträchtliche Mengen an Stickstoff (N). Unterstellt man einmal, daß diese Chelatoren im Aquarium von den Filterbakterien vollständig mineralisiert würden (was nicht der Fall ist), so enthält ein Liter Ferrdrakon bzw. Daydrakon die Vorläufersubstanzen zu 3,243 g bzw. 2,822 g Nitrat. Das ist zwar wesentlich weniger, als durch den Stoffwechsel der Fische zugeführt wird, aber es stellt immerhin eine weitere Quelle zur Eutrophierung des Aquarienwassers dar.
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