Malachitgrün als Umweltkontaminante
Freitag, den 12. Oktober 2007 um 01:00 Uhr

Hier eine Info über das bekannte Fischmedikament: Informationsdienst Wissenschaft

Malachitgrün als Umweltkontaminante identifiziert
Dr. Irene Lukassowitz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

 

BfR-Studie liefert weltweit erste Hinweise auf Hintergrundbelastung von Abwässern und kommunalen Gewässern.

Malachitgrün wird bei Zierfischen häufig als Tierarzneimittel eingesetzt. Bei Fischen, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, darf es nicht angewendet werden, hier gilt das Prinzip der Nulltoleranz. Der Nachweis der Substanz wird als Hinweis auf einen illegalen Einsatz gewertet, die Fische dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden.
In einer Pilotstudie haben Wissenschaftler des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nun allerdings erstmals nachgewiesen, dass auch unbehandelte freilebende Fische mit Malachitgrün belastet sein können. Sie untersuchten wild gefangene Aale aus Berliner Binnengewässern auf Rückstände von Malachitgrün und wiesen diese in 20 von 40 Proben nach. Alle positiv getesteten Proben stammten aus Gewässern, in die gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen eingeleitet wird.
Für das BfR ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass Malachitgrün inzwischen als Umweltkontaminante anzusehen ist und aus der weiten Verbreitung eine Hintergrundbelastung des Abwassers und der kommunalen Gewässer resultiert.